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Kommunalwahlen in Hessen : Man kennt sich, schätzt sich, wählt sich

Raumgreifend: Unter dem Kopf des Wahlzettels versammeln sich viele Namen von Parteien und Kandidaten. Bild: Finn Winkler

Seit zwei Jahrzehnten können die Hessen bei Kommunalwahlen kumulieren und panaschieren. Die Bilanz ist besser als erwartet.

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          Wolfgang Zengerling muss man sich als Sieger vorstellen, auch wenn sein großer Triumph nun schon fünf Jahre zurückliegt. Denn der CDU-Stadtverordnete in Kelkheim hatte bei der Kommunalwahl 2016 auf Platz 20 der Liste seiner Partei gestanden, die sich jedoch nur 15 der 45 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung sichern konnte. Trotzdem konnte Zengerling dort einrücken. Denn die Wähler gaben ihm dermaßen viele Stimmen, dass er zehn Plätze nach oben kletterte. Das reichte. Längst ist er sogar ehrenamtlicher Stadtrat.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Kein Wunder, dass Zengerling das Kumulieren und Panaschieren bei den Kommunalwahlen, das in Hessen 2001 eingeführt wurde, gut findet. Es sei halt erfunden worden, „um Leute hervorzuheben, die nicht nur kurz was machen vor der Wahl, sondern das ganze Jahr über“, sagt der Neunundsiebzigjährige zufrieden. Er jedenfalls sei seit 27 Jahren in der Politik tätig, ein Vierteljahrhundert lang sei er Vorsitzender des Sportvereins TuS Hornau gewesen, des größten Sportvereins am Ort. Seit 2003 ist er dort sogar Ehrenvorsitzender. Das Hochkumulieren, wie Wahlforscher den Vorgang nennen, von dem Zengerling profitierte, erscheint ihm als gerechter Lohn.

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