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Kommunalwahlen in 2021 : Wahlkampf in Zeiten der Pandemie

Entscheidung an der Wahlurne: Die Corona-Pandemie stellt auch Kommunalplitiker vor Herausforderungen (Symbolbild) Bild: dpa

Die Popularität der Kommunalpolitik war schon immer gering. Die Corona-Pandemie wird es nochmals erschweren, Bürger für regionale Inhalte zu begeistern. Doch noch ist es früh genug, um digitale Formen zu entwickeln.

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          Es ist zwar erst Oktober, aber schon schwappt die Pandemie ins nächste Jahr. Reihenweise werden Neujahrsempfänge abgesagt, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der im Frankfurter Rathaus. Schon darüber werden viele nur schwer hinwegkommen, aber der Wegfall persönlicher Begegnungen bei solchen Gelegenheiten ist nichts gegen eine weitaus größere Prüfung, die im ersten Quartal bevorsteht: der Wahlkampf, der den Kommunalwahlen am 14. März vorausgehen wird.

          Denn gerade das Werben um Wähler vor den Abstimmungen in den Städten, Kreisen und Gemeinden ist auf persönliche Begegnungen angewiesen. Es ist eben nicht so, dass die Spitzenkandidaten abends in der „Tagesschau“ zu sehen sind – sie müssen sich eigentlich bekannt machen an Informationsständen vor dem Supermarkt, auf Podiumsdiskussionen in den Stadtteilen, beim Klingeln an der Wohnungstür. Niemals ist Politik erdiger als vor einer Kommunalwahl, und wenn nicht noch ein Wunder geschieht und sich das Coronavirus Ende Januar in Luft auflöst, wird es für diejenigen, die in Kreistage oder Stadtverordnetenversammlungen einziehen wollen, so schwer sein wie nie zuvor.

          Der Mühe wert

          Es wird auch so schwer sein wie lange nicht, die oft an kommunalen Themen nur mittelmäßig interessierten Bürger damit vertraut zu machen, worum gerade an ihrem Ort gestritten wird. Dabei ist die Zeit vor den Kommunalwahlen die beste Gelegenheit dazu. Die Folge könnte sein, dass die Bürger ihre Wahl noch stärker davon abhängig machen, welches Bild die Parteien gerade im Bund abgeben.

          Schade für die, die sich am jeweiligen Ort ins Zeug legen. Noch ist es früh genug, über andere Wahlkämpfe nachzudenken, vielleicht neue, digitale Formen zu entwickeln, auch wenn man Parteien in dieser Hinsicht bisher nicht als Speerspitze des Fortschritts wahrgenommen hat. Doch die kommunale Demokratie, die oft so viel lebendiger und auch näher am Alltag der Menschen ist als das, was man oftmals aus Berlin oder gar Brüssel hört, ist diese Mühe allemal wert.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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