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Hessen als Politiklabor : Schwarz-Grün demnächst auch in Berlin?

Protagonisten des schwarz-grünen Testlaufs in Hessen: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, links), und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) Bild: dpa

Ist das hessische ­Politikmodell ein ­Vorbild für den Bund? Unser Korrespondent Ewald Hetrodt hat sich darüber Gedanken gemacht. ­Ein Befund im Buch „Grün in Politiklabor“: Die „hessischen Verhältnisse“ sind im Bund die Regel geworden.

          5 Min.

          Ein Bündnis von Union und Grünen ist nach der Bundestagswahl neben „Jamaika“ nach wie vor das wahrscheinlichste. In Hessen begann das schwarz-grüne Experiment nach der Landtagswahl im Herbst 2013. Alles sprach für Schwarz-Grün. Der CDU war ihr liberaler Koalitionspartner abhandengekommen. Die SPD befand sich in einem desolaten Zustand. Während der sozialdemokratische Spitzenmann Thorsten Schäfer-Gümbel in den Sondierungen immer nur zögerlich taktieren konnte, erwiesen sich die Grünen als stets gut vorbereitete, verlässliche und disziplinierte Gesprächspartner.

          Ewald Hetrodt
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Beim Flughafen, dem bei Weitem wichtigsten Thema der hessischen Landespolitik, und beim Straßenbau trennten CDU und Grüne zwar Welten. Aber der kleine Koalitionspartner akzeptierte die vorher bereits getroffenen Festlegungen nicht nur, der designierte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir gab sogar eine politische Garantie ab. Entsprechend ausgehandelte schriftlich fixierte Formulierungen nahm Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), der Rechtsanwalt und Notar, schon in den Sondierungen entgegen, also noch vor der Aufnahme der eigentlichen Koalitionsverhandlungen.

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