https://www.faz.net/-gzg-aa24y

Gleichgeschlechtliche Paare : Tacheles aus Limburg

Der Limburger Bischof Georg Bätzing Bild: dpa

Das Nein zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der katholischen Kirche erhitzt weiter die Gemüter. Das Vatikan-Schreiben arbeitet mit Unterstellungen, die weder theologisch noch weltlich begründet sind. Gut, dass es Bischöfe gibt, die sich offen widersetzen.

          1 Min.

          Georg Bätzing kann moderieren und abwägen – aber irgendwann ist es auch einem solchen Diplomaten zu viel. Der Limburger Bischof hat Tacheles gesprochen, und man kann es ihm nicht hoch genug anrechnen. Denn das Nein aus Rom zu Segnungen gleichgeschlechtlicher Beziehungen ist in vielerlei Hinsicht eine Beleidigung – und wird der komplexen Wirklichkeit nicht ansatzweise gerecht.

          Das Schreiben der Glaubenskongregation arbeitet mit Unterstellungen, die weder theologisch noch weltlich begründet werden. Gleichgeschlechtliche Beziehungen seien „nicht darauf hingeordnet“, dem göttlichen Plan zu dienen. Worin dieser Plan besteht und ob sich das kirchliche Lehramt anmaßen darf, darüber zu entscheiden, bleibt unbegründet. Ebenso unbelegt ist die Behauptung, eine Segnung zweier Männer oder zweier Frauen, die sich lieben und füreinander sorgen, schwäche die traditionelle Ehe zwischen Frau und Mann. Und was ist dann mit Hetero-Paaren, die nicht verheiratet sind? Jede „scheinbare Gleichsetzung“ von kirchlich-sakramentalen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare sei zu vermeiden, heißt es aus dem Bistum Fulda. „Scheinbar“ heißt: nicht wirklich, nur dem äußeren Eindruck nach. Wo ist der Beleg, dass eine Segnung die Ehe abwertet?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Im Mai hielt Jan Veil zum ersten Mal eine Rede bei einer Kundgebung.

          Beweggründe für den Protest : Wie ein Linker zu den „Querdenkern“ kam

          Jan Veil sieht sich als Linker, er kämpft für Volksentscheide und hat lange die Grünen gewählt. Seit Mai nimmt er regelmäßig an „Querdenken“-Demonstrationen teil und hält dort immer wieder Reden. Was hat ihn dazu bewogen?
          Nancy Faeser (SPD) wird Bundesinnenministerin.

          Neue Bundesinnenministerin : Wer ist Nancy Faeser?

          Die hessische SPD-Landesvorsitzende Nancy Faeser geht nach Berlin und wird Bundesinnenministerin. Das bringt ihre Parteifreunde in Hessen unter Zugzwang.