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Sparkassen in der Sackgasse : Was man von den Volksbanken lernen kann

Stehen finanziell schlechter da, als angenommen: Hessische Sparkassen Bild: Ricardo Wiesinger

In Zeiten der Digitalisierung und niedrigen Zinsen tun sich Hessens Sparkassen schwer, Gewinne an die Träger auszuschütten. Welche Strategie könnte den Kreditinstituten zur neuen Höhe verhelfen?

          Warum schütten nicht weitaus mehr Sparkassen Hessens Gewinne an ihre Träger, also Städte und Gemeinden, aus? Weil diese Kreditinstitute nicht ganz so wachsen und gedeihen, wie es die Erläuterungen des Landesrechnungshofs kürzlich suggerierten.

          Die Sparkassen haben noch keine Antwort auf die Digitalisierung, sie ächzen unter den niedrigen Zinsen, und dass sie überhaupt passabel dastehen, verdanken sie der Tatsache, dass sie kaum faule Kredite abschreiben müssen, weil es ihren Gläubigern vom Häuslebauer bis zum Mittelständler gutgeht. Die nächste Rezession kann ihnen arg zusetzen.

          Insofern ist die Haltung vieler Vorstände nachvollziehbar, ihren kommunalen Trägern keine Gewinne zu überweisen, sondern das Geld für schlechtere Zeiten zurückzulegen. Natürlich lassen sich Sparkassen auch anders aufstellen. Sie könnten fusionieren, um Einsparungen in den Verwaltungen zu erzielen. Gerade im Rhein-Main-Gebiet, wo sich die Geschäftsgebiete der Frankfurter, der Taunus- und der Nassauischen Sparkasse überschneiden, liegt das nahe. Die Kreditinstitute könnten ihre Filialnetze deutlich straffen und Arbeiten outsourcen. Solche Sparkassen wären ertragsstärker, könnten also auch eher Gewinne abführen.

          Sehr aufs Geld geachtet

          Genau das ist aber nicht gewollt. Weniger Sparkassen heißt: weniger Verwaltungsratsposten, also weniger Einfluss der Politik. Filialschließungen heißt: Ärger mit Bürgern. Stellenabbau bedeutet: Demonstration vor dem Rathaus. So bleibt alles, wie es ist. Wer wissen will, wie es besser geht, sollte sich die Volksbanken ansehen. Dort wird sehr aufs Geld geachtet. Nach und nach schließen sich die Häuser zusammen. Dafür erhalten die Genossen aber auch eine ordentliche Dividende. Gut geführte Privatunternehmen eben.

          Die eigentliche Frage lautet daher, warum es überhaupt Sparkassen in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft gibt. Bieten sie irgendetwas, was Private nicht bieten? Nein. Fehlt es in Deutschland an Banken? Natürlich nicht. Insofern ist ein Vorstoß der Frankfurter SPD zur Rekommunalisierung der Sparkasse völlig unzeitgemäß. Mutige Politiker würden Sparkassen stattdessen privatisieren. Effizienter aufgestellte Häuser würden mehr verdienen, also mehr Steuern zahlen und so vielleicht sogar mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen als jetzt.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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