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Bürgermeisterwahl in Eschborn : Auch ein moralischer Neuanfang

  • -Aktualisiert am

Freudig: Adnan Shaikh ist neuer Bürgermeister Eschborns. Hier mit Frau Susanne und Tochter. Bild: Cornelia Sick

In Eschborn wurde Adnan Shaikh zum neuen Bürgermeister gewählt. Damit löst er seinen umstrittenen Vorgänger Mathias Geiger ab. Es bleibt zu hoffen, dass Shaikh einen Blick über die Stadtmauern hinaus wagt.

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          Der Überraschungserfolg ist Adnan Shaikh (CDU) geglückt. Zu erwarten war es nicht, dass der 46 Jahre alte Leiter der Heinrich-von-Kleist Schule den populären Bürgermeister Mathias Geiger (FDP) im ersten Wahlgang besiegt. Auch wenn Geiger stets die lautesten Anhänger um sich scharte, so stellen diese doch offenbar nicht die Mehrheit der Bevölkerung dar. Die Wahl Shaikhs bedeutet auch einen moralischen Neuanfang. Offenbar gingen einer schweigenden Mehrheit die Affären und der per Geldstrafe belegte Geheimnisverrat Geigers mehr gegen den Strich, als es sich in öffentlichen Bekundungen zeigte. Diese Mehrheit hat ein gutes Gespür für die guten Sitten in der Politik bewiesen. Es war den Bürgern schlichtweg egal, ob ihr Bürgermeister Adnan, Muhamed oder Mathias mit Vornamen heißt.

          Viele Hoffnungen ruhen nun auf einem im kommunalpolitischen Geschäft eher unerfahrenen Mann. Shaikh, der mit seiner ruhigen Art seine Vorstellungen für die Zukunft Eschborns fast ein Jahr lang unermüdlich skizzierte, muss nun unter Beweis stellen, dass er auch eine große, durchaus gespaltene Verwaltung versöhnen und führen kann. Er übernimmt viele unerledigte Projekte, die schon lange liegen geblieben sind. Das fängt bei der Alten Mühle an, die langsam zusammenfällt, geht über den Bau der Stadthalle bis hin zu mannigfaltigen Verkehrsproblemen. Shaikh zeigte im Wahlkampf, dass er Sachthemen richtig zu priorisieren versteht; nun gilt es, diese auch zügig abzuarbeiten.

          Anders als sein Vorgänger, der sich gerne hinter den Eschborner Stadtmauern verschanzte, stünde es Shaikh zudem gut an, den Blick wieder auf die Region zu weiten. Eschborn muss als größter Umlagenzahler Sprachrohr der Kommunen im Kreistag des Main-Taunus-Kreises sein. Auch hessenweit wird keine Kommune finanziell so stark in die Pflicht genommen wie die reiche Stadt am Westerbach. Es gilt, in Debatten selbstbewusst aufzutreten. Da Shaikh im Wahlkampf auf jegliche persönlichen Angriffe verzichtete, sollte es leicht sein, Bündnispartner für ein modernes, lebenswertes Eschborn zu finden. Eine Mehrheit von CDU, SPD und Grünen steht hinter ihm, und genug Geld liegt auch auf dem Eschborner Festgeldkonto.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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