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Polit-Zwist in Försheim : Vermittler dringend gesucht

  • -Aktualisiert am

Übler als im Stadtparlament von Flörsheim gehen die Stadtverordneten nirgendwo sonst im Main-Taunus-Kreis miteinander um. Die Kommune braucht einen parlamentarischen Neuanfang - diesen Donnerstag bestehtGBelegenheit dazu.

          Dürften sich die Flörsheimer für ihre Stadtverordnetenversammlung einen neuen Vorsteher wünschen, würden die meisten Bürger vermutlich einen Politiker mit ausgleichendem Naturell und großem Durchsetzungsvermögen aussuchen, der die Überparteilichkeit und das Herstellen eines positiven politischen Klimas als seine vornehmste Aufgabe ansieht. Denn übler als im Stadtparlament der Mainstadt gehen die Stadtverordneten nirgendwo sonst im Main-Taunus-Kreis miteinander um. Selbst im skandalträchtigen Eschborn reichen verbale Angriffe nie so weit unter die Gürtellinie, wie es in Flörsheim leider oftmals der Fall ist.

          Am Donnerstag wird nun der Nachfolger von Steffen Bonk (CDU) gekürt, der zum Bürgermeister von Steinbach gewählt wurde. Doch die verbalen Scharmützel vorab lassen auch für die Amtszeit des neuen Bürgermeisters Bernd Blisch (CDU), der als Nachfolger von Michael Antenbrink (SPD) einen vermittelnden Führungsstil und ein besseres Klima versprach, keine Harmonie zwischen Opposition und Mehrheitsbündnis von CDU, Galf und Freien Wählern erwarten.

          Unreifes Gebaren

          Die SPD stellt die Jurastudentin Katharina Adam gegen den früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael Kröhle auf. Nicht nur kommt es damit für die Position des Ersten Bürgers zu einer eher ungewöhnlichen Kampfkandidatur, auch birgt das Szenario einigen Zündstoff. Kröhle ist beileibe nicht als zurückhaltend und auf Harmonie bedachter Kommunalpolitiker bekannt. Vielmehr versteht er es, seine Gegner mit scharfer rhetorischer Klinge in die Enge zu treiben. Dass Kröhle unlängst als Vertreter Bonks nicht mahnend eingriff, als die SPD-Fraktionsvorsitzende Marion Eisenhut-Kohl zu scharf attackiert wurde, weckt beim politischen Gegner Argwohn. Ob die junge Gegenkandidatin Adam allerdings eine Gruppe von Silberrücken qua Autorität bändigen könnte, bleibt fraglich.

          Flörsheim wäre jedenfalls ein parlamentarischer Neuanfang zu wünschen. Dringend zu lösende Sachaufgaben wie die Förderung von Wohnungsbau und der Ausbau der Kindergartenbetreuung müssten in den Vordergrund treten. Das ist überfällig, die Bürger haben das unreife Gebaren ihrer gewählten Vertreter schon lange satt – der künftige Vorsteher beziehungsweise die künftige Vorsteherin wird deshalb in der Pflicht stehen, alle Krawallmacher unabhängig von ihrem Parteibuch scharf in ihre Grenzen zu verweisen.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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