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Carsten Knop

Dannenröder Forst : Demonstrieren dürfen beide Seiten

  • -Aktualisiert am

Plakativ: Unterstützung für den Weiterbau der A49, inspiriert von der Kampagne „Ja zu FRA“ zum Flughafenausbau in Frankfurt Bild: dpa

Im Dannenröder Forst ist es an der Zeit, dass die Bagger loslegen. Und es müssen auch diejenigen Gesicht und Stimme bekommen, die sonst allenfalls als schweigende Mehrheit bezeichnet werden.

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          In Sachen Weiterbau der A 49 kann man dem Rechtsstaat schon seit 40 Jahren bei der Arbeit zusehen. Das ist richtig und notwendig, in seiner Gründlichkeit auch erfreulich, aber jetzt ist es an der Zeit, dass die Bagger loslegen und die Autobahn bis zum Jahr 2024 gebaut wird. Eine Lücke zwischen Nord- und Mittelhessen wird geschlossen.

          Pendler werden aufatmen, und die Anwohner, die vom Durchgangsverkehr entlastet werden, tun dies im wahrsten Sinne des Wortes. Alle, die sich nun freuen, brauchen dabei auch kein schlechtes Gewissen zu haben. Ja, es werden bald Bäume gefällt, das stimmt. Aber es ist alles geprüft, was es zu prüfen gab.

          Aufforstungen als Linderung

          Die Wasserrahmenrichtlinie wird selbstverständlich eingehalten, was diejenigen beruhigen sollte, die die Trinkwasserversorgung des Rhein-Main-Gebiets beeinträchtigt sehen. Der Eingriff in den Wald wird durch diverse Aufforstungen ausgeglichen, was den Schmerz um den verlorenen Wald vielleicht ein wenig lindern könnte.

          Plakativ II: Protest gegen den Weiterbau der A49
          Plakativ II: Protest gegen den Weiterbau der A49 : Bild: Maximilian von Lachner

          Wer sich einmal ansehen möchte, wozu so etwas im besten Sinne führen kann, sollte im Main-Taunus-Kreis einmal das Arboretum besuchen. Und diejenigen, die ihr gutes Recht nutzen, weiterhin gegen das Bauprojekt zu demonstrieren, bekommen dabei ebenfalls vom Rechtsstaat mitgeteilt, was geht und was nicht. Daran sollte man sich dann jetzt aber auch halten – und beachten, dass sich diejenigen, die die Autobahn gerne wollen, nun ebenfalls lautstark für ihre Belange einsetzen.

          Genau das ist der richtige Weg: In solchen und vergleichbaren Fällen müssen auch diejenigen Gesicht und Stimme bekommen, die sonst allenfalls als schweigende Mehrheit bezeichnet werden. Wenn sich der Diskussionsprozess in der jüngeren Zeit wieder stärker als früher der Macht der Bilder bemächtigt, so wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen im Hambacher Forst oder künftig in hessischen Camps, dann ist es nur legitim, dem eine andere Meinung auch außerhalb des eigenen Wohnzimmers entgegenzusetzen, im dem vom Durchgangsverkehr die Gläser im Schrank durchgeschüttelt werden.

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