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Ansturm auf den Taunus : Mehr als das normale Maß

Dicht: Eine Absperrung verhindert schon oberhalb der U-Bahn-Haltestelle Hohemark am Rande von Oberursel die Weiterfahrt in Richtung Großer Feldberg Bild: Frank Rumpenhorst

Überlastete Freizeitziele sind kein neues Phänomen, und im Winter ist der Große Feldberg im Taunus das beliebteste Ziel im Großraum Frankfurt. Aber den Besuchern muss klar sein, dass sie sich an Regeln halten müssen.

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          Einen solchen Ansturm hat die Polizei noch nicht erlebt: Kilometerlange Fahrzeugschlangen auf den Zufahrtsstraßen hinter Oberursel und Königstein, die Auffahrt über die Hohemark gesperrt, und die auf 20.000 geschätzte Zahl von Autos geht „weit über die Kapazität und die Tragfähigkeit der in den Taunus führenden Straßen“ hinaus.

          Das ist keine Beschreibung des vergangenen Wochenendes, sondern ein Bericht, der fast auf den Tag genau vor 60 Jahren in der F.A.Z. erschienen ist. Die Lage war ähnlich und doch nicht vergleichbar. 1961 lag der Schnee einen halben Meter hoch, Straßen wie den Feldbergzubringer gab es noch nicht, und die Parkplätze um den Gipfel fehlten ebenso. Dafür hat sich seither die Zahl der zugelassenen Autos vervielfacht, und auch die Einwohnerzahl im Rhein-Main-Gebiet ist gestiegen.

          Abwechslung im Lockdown-Wintergrau

          Überlastete Freizeitziele sind kein neues Phänomen, und im Winter ist der Große Feldberg im Taunus das beliebteste Ziel im Großraum Frankfurt. Weil wegen der Corona-Pandemie Skireisen gestrichen und Schwimmbäder sowie Kinos geschlossen sind, scheint er vielen Familien ein wenig Abwechslung im Lockdown-Wintergrau zu bieten.

          Hinzu kommt, dass erst weit oben der Schnee liegen bleibt und jeder Höhenmeter für das Vergnügen in Weiß zählt – während das Platzangebot sinkt. Aus diesem Teufelskreis führt angesichts der jetzigen Besucherzahlen, die das Maß normaler Jahre weit übersteigen, kein Königsweg heraus.

          Ein ungutes Gefühl

          Die Straßensperrungen haben die Lage nicht bereinigt, sondern den Ansturm an jede nur denkbare Ausweichroute verlagert. Kein Wunder, wenn sich etliche Anwohner im Wortsinn überrollt fühlen. Manche beschleicht auch beim Anblick des Gewusels an einigen Rodelhängen ein ungutes Gefühl.

          Wie so oft sind beide Seiten gefordert. Der Kreis sollte versuchen, möglichst vielen Menschen eine geordnete Anreise zu ermöglichen. Weil dabei die überschaubare Zahl an Ordnungspolizisten und die ohnehin schon regelmäßig engagierte ehrenamtliche Verkehrswacht an ihre Grenzen stoßen, wird es vor allem an den Wochenenden ohne zusätzliche Polizeikräfte kaum gehen.

          Denn den Besuchern muss klar sein, dass sie sich an Regeln halten müssen. Das gilt fürs Parken ebenso wie für den Abstand im Schnee. Wenn alle Plätze belegt sind, muss man eben nach einer weniger überlaufenen Alternative suchen. Ein Anrecht auf den Rodelhang, der einem als Erstes einfällt, gibt es nicht. Die Möglichkeit für ein wenig Heimatkunde schon.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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