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Schulen und Kitas im Lockdown : Lebkuchen und Kraftanstrengung

Einstimmen auf Weihnachten im Klassenzimmer: Angesichts des Lockdowns wurden anstehende Schularbeiten auf das kommende Jahr verschoben. Bild: dpa

Der verfrühte Beginn der Weihnachtsferien sorgt bei den meisten Eltern für wenig Aufregung. Denn nicht Unterrichtsstoff, sondern Weihnachtsfilme hätten vor allem den Stundenplan gefüllt. Wie es aber nach den Ferien weitergeht, bleibt ungewiss.

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          Kinder sind keine Infektionstreiber, Schulen und Kitas keine Corona-Hotspots. Deshalb können sie offen bleiben – so lautete noch vorige Woche die Botschaft der hessischen Landesregierung und der Zuständigen in den Städten und Gemeinden. Nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie sollen von Mittwoch an Kinder in den Worten von Sozialminister Kai Klose (Die Grünen) nur noch in die Kita kommen, „wenn es absolut notwendig ist“. Und Schülerinnen und Schüler sollen, so formuliert es Kultusminister Alexander Lorz (CDU), „wann immer es möglich ist, zu Hause betreut werden“.

          Trotzdem soll an den letzten Tagen vor den Ferien weiter Schule stattfinden. Im Brief des Ministers an die Eltern ist von „Distanzlernen“ die Rede, wenige Zeilen später von „Distanzunterricht“. Der Unterschied ist nicht unerheblich. Lernen können Schüler für ein paar Tage notfalls ohne Lehrer, jedenfalls dann, wenn sie das Lernen gelernt haben oder wenn ihre Eltern nach den Erfahrungen des Frühjahrs noch als Lernpartner zur Verfügung stehen.

          Für Distanzunterricht ist dagegen mehr Lehrereinsatz nötig. Das geht auf die Schnelle nicht, sagen Schulleiter, die bis vorige Woche dieselbe Botschaft vom Primat des Präsenzunterrichts und den unbedingt offenzuhaltenden Schulen gehört haben wie die Eltern. Jedenfalls dann nicht, wenn erst noch holterdiepolter geklärt werden muss, welche Schüler gleichzeitig in den Klassenzimmern sitzen.

          Dort wären normalerweise noch ein, zwei Arbeiten geschrieben worden (die verschoben wurden), vor allem aber hätten Lebkuchen und Weihnachtsfilme auf dem Stundenplan gestanden. Weil das auch die Eltern wissen, bleibt deren Aufregung gering. Manche Familien sind sogar froh, sich am Ende dieses Jahres einbuddeln und besinnen zu können.

          Aber das wird sich ändern, falls die Schulen nach dem nächsten Treffen von Bund und Ländern am 5. Januar ernsthaft auf Fernunterricht umstellen müssen – die hessischen also vom 11. Januar an, wenn die Ferien vorbei sind. Dann wird sich zeigen, ob es Video-Stunden gibt oder nur Aufgaben zum Herunter- und wieder Hochladen auf der Lernplattform.

          An den Kitas stellen sich andere Fragen. Auch dort geht es um Bildung, stärker als an den Schulen aber um Betreuung. Viele Eltern können sich nicht von einem Tag auf den anderen zu Hause um ihre Kinder kümmern. Für Notfälle ist auch gesorgt. Aber insgesamt hilft es nichts, auf die Aussagen der vorigen Woche zu verweisen: Die „gemeinsame Kraftanstrengung“ muss sein. Wer irgend kann, sollte mitmachen.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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