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Kursmangel in Corona-Zeiten : Familien sollten schwimmen gehen

Lebenswichtige Fähigkeit: Viele Kinder im Seepferdchen-Alter lernen in diesem Jahr nicht schwimmen. Bild: dpa

Viele Kinder im Seepferdchen-Alter lernen in diesem Jahr nicht schwimmen. Jetzt unter Corona-Bedingungen damit anzufangen, fällt vielen Familien schwer. Dabei können Eltern ihrem Kind damit einiges erleichtern.

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          Der Hessische Schwimm-Verband nennt es eine Katastrophe, und auch für manche Eltern fühlt es sich so an: Viele Kinder im Seepferdchen-Alter lernen in diesem Jahr nicht schwimmen. Manche hatten schon damit angefangen, aber dann endete der Schwimmkurs im März so jäh wie vieles in diesem Corona-Jahr. Wer schon einmal während eines Schwimmkurses am Beckenrand gestanden hat, weiß, mit welcher Lust sich manche Kinder ins Wasser stürzen. Und wie viel Zuspruch andere brauchen – und wie gute Nerven deren Eltern. Jetzt unter Corona-Bedingungen wieder anzufangen, fällt vielen Familien schwer. Besonders, wenn Mütter und Väter nicht mit ins Bad dürfen.

          Schwimmen ist nicht nur ein schöner Sport, sondern auch eine lebenswichtige Fähigkeit. Deshalb ist es auf Dauer nicht hinzunehmen, dass ein Jahrgang ungewollter Nichtschwimmer entsteht, der sich nur allmählich nachträglich schulen lässt. Und auch bei den weiterführenden Kursen gibt es zu wenige Plätze. Wer aber das Seepferdchen hat, ist noch kein sicherer Schwimmer.

          Das alles ist unerfreulich. Deshalb würde es helfen, wenn Lehrschwimmbäder wieder öffneten, Übungsleiter ohne Abstand und Visier unterrichten könnten und Schulen Corona nicht als Ausrede nutzten, um den aufwendigen Schwimmunterricht für eine Weile ganz auszusetzen. In Corona-Zeiten auf mehr Investitionen in Schwimmbäder zu hoffen wäre allerdings wirklichkeitsfern.

          Zu viele Nichtschwimmer sind eine Katastrophe

          Wenn die Schar junger Nichtschwimmer eine Katastrophe ist, dann allerdings eine von vielen. An Grundschulen gibt es zwar wieder Regelunterricht, sofern die Klasse nicht gerade wegen eines Corona-Falls in Quarantäne ist. Aber AGs finden nicht statt, was übrigens auch für Gymnasien gilt. Was ist mit all den Kindern, die jetzt nicht im Chor singen lernen? Die wegen des Abstandsgebots an der Musikschule nicht mit Querflötenunterricht anfangen können? Von anderen Sportarten, bei denen monatelang das Training ausfiel, ganz zu schweigen.

          Manche Eltern haben ihre Kann-Kinder dieses Jahr lieber noch nicht eingeschult, weil vieles so ungewiss erscheint. 2020 wird als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem vieles nicht ging. Das Gute ist: Familien können nicht alles, aber manches auffangen. Wer ins Schwimmbad geht, gemeinsam übt oder auch nur die Erinnerung an das Element Wasser wachhält, erleichtert es dem Kind, wenn es irgendwann doch noch oben auf der Warteliste ankommt.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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