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Kloster Eberbach : Sanierung der Basilika verzögert sich weiter

  • -Aktualisiert am

Monumental: Schon 2014 sollte mit der Erneuerung der Basilika von Kloster Eberbach begonnen werden, doch die Arbeiten werden immer wieder verschoben. Bild: dpa

Unmittelbar nach Mozarts Requiem zum Ende des Rheingau Musik Festivals sollten die Arbeiten im Kloster Eberbach weitergehen. Doch es gibt neue Schwierigkeiten.

          Gerade erst hat das Rheingau Musik Festival sein Programm für die neue Spielzeit vorgestellt. Und nach Mozarts Requiem als Schlusspunkt am 1. September sollten in der Basilika von Kloster Eberbach auf die Philharmoniker unmittelbar die Handwerker folgen, um mit der mehrfach verschobenen Innensanierung des fast 80 Meter langen Baus zu beginnen. Doch daraus wird nichts. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen hat angekündigt, dass das letzte Großprojekt der Generalsanierung abermals verschoben wird. Im ersten Quartal des nächsten Jahres, vermutlich im März, sollen die Arbeiten erst anfangen.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Im Zuge der Sanierung sollen die Bögen und bauzeitlichen Putze gesichert sowie die historischen Farbfassungen der 1186 geweihten Kirche freigelegt werden. Ein Projekt, das seit langem geplant und vorbereitet ist. Schon 2010 gab es dazu erste Voruntersuchungen. Die Kirchendecke war zuletzt in den Jahren 1925 und 1926 saniert worden - mit einer Technik und mit Materialien, die heute keine Anwendung mehr fänden. Ursprünglich hätte es schon 2014 mit der Sanierung losgehen sollen. Doch immer wieder kam etwas dazwischen.

          Kosten werden bislang auf rund 7,8 Millionen Euro geschätzt

          Die abermalige Verzögerung begründet der Landesbetrieb Bauen mit zwei eher vagen Begründungen: So seien vor einem Jahr das Vergaberecht und die Vergabeverordnung geändert worden, weshalb die öffentlichen Aufträge „nicht in der üblichen Bearbeitungszeit“ hätten zugeschlagen werden können. Zudem werde für die Planung und Bauleitung der Sanierung ein „Büro mit herausgehobenem Sachverstand“ gesucht, dessen denkmalpflegerische Qualifikation und dessen „restauratorisches Wissen“ mit hohem Zeitaufwand überprüft werden müsse. Daher sei der Baubeginn erst 2018 möglich.

          Die Innensanierung der Basilika ist eines der letzten größeren Vorhaben der im Jahr 1986 begonnenen Generalerneuerung. Die Kosten werden bislang auf rund 7,8 Millionen Euro geschätzt.

          Mit Rücksicht auf die Einnahmen der Klosterstiftung durch die Nutzung als wichtigste Spielstätte des Rheingau Musik Festivals, ist die Sanierung in mehrere Bauabschnitte unterteilt. Sie wird nun wohl bis 2023 dauern. Mit Rücksicht auf das Festival sollte sie im Herbst beginnen. Noch sind die Folgen eines Baubeginns im März für Kloster und Festival nicht absehbar.

          „Für die Stiftung Kloster Eberbach ist diese abermalige Verzögerung äußerst bedauerlich“, sagt Stiftungsvorstand Martin Blach. Die Begründung „neue Vergaberegeln“ sei aber zu respektieren. Die Stiftung setze auf die Verlässlichkeit der Staatsbauverwaltung im Hinblick auf den Kosten- und Zeitrahmen der gesamten Generalsanierung.

          Dieser Plan war erst vor vier Jahren grundlegend modifiziert worden. Das ursprüngliche Sanierungsende war damals von 2016 um acht Jahre auf 2024 verschoben worden. Die damalige Umweltministerin Lucia Puttrich und Finanzminister Thomas Schäfer (beide CDU) einigten sich darauf, jährlich drei Millionen Euro für das Kloster bereitzustellen und 2024 endlich zum Ende zu kommen. Die Gesamtkosten wurden auf 130 Millionen Euro geschätzt, um das „Juwel der Region für künftige Generationen zu erhalten“. Doch das Juwel sorgsam zu polieren dauert vielleicht doch länger als gedacht.

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