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Klimaneutralität bis 2035 : Wie eine Stadt 640.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen will

  • -Aktualisiert am

Für die anvisierte Klimaneutralität muss sich der Autoverkehr in Gießen reduzieren. Bild: Samira Schulz

Dutzende von Einzelvorhaben sind geplant und zum Teil schon verwirklicht. Doch die wohl größte Auseinandersetzung hat jetzt erst begonnen: die Reduzierung des Autoverkehrs und der Rückbau der Straßen.

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          Gießen will 2035 klimaneutral sein. Einen entsprechenden Bürgerantrag hat die Stadtverordnetenversammlung im September 2019 beschlossen. Doch solch einen Beschluss zu fassen ist das eine, ihn zu verwirklichen das andere. Letzteres wird in der Politik gern den Nachfolgern überlassen. Der für Klimaschutz zuständige Bürgermeister Alexander Wright meint, in diesem Fall könne sich die Zwischenbilanz sehen lassen. „Im Vergleich mit anderen hessischen Städten stehen wir gut da“, sagt der Grünen-Politiker. 5,5 Millionen Euro seien im Haushalt 2022 für den Klimaschutz eingestellt, mehr als zehn Prozent der gesamten Investitionssumme.

          „Gießen ist keine Insel“

          Das ambitionierte Ziel lautet: 640.000 Tonnen Kohlendioxid, die 2019 durch Gebäude, Industrie und den Straßenverkehr im Stadtgebiet emittiert wurden, einsparen. Die volkswirtschaftlichen Kosten dafür wurden in der Bestandsaufnahme, die der Magistrat im September vorlegte, auf mehr als 5,35 Milliarden Euro beziffert. Die damalige Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz (SPD) wies darauf hin, dass der Weg zum Erfolg maßgeblich von Weichenstellungen außerhalb der Stadt abhänge. „Gießen ist keine Insel“, sagte sie. Der Bundestag hat beschlossen, dass die gesamte Republik bis 2045 klimaneutral sein soll. Die Hessische Landesregierung hinkt hinterher und arbeitet noch an einem entsprechenden Gesetzentwurf. Und auch die Bürger müssten mitziehen, indem sie ihr Verhalten ändern, heißt es in der Gießener Bestandsaufnahme.

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