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Kinderporno-Verdacht : Wiesbadener Politiker in U-Haft

Unerlaubte Daten: Gegen einen Wiesbadener Politiker wird wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie ermittelt. Bild: dpa

Ein Kommunalpolitiker der Piraten-Partei aus Wiesbaden steht im Verdacht, kinderpornografisches Material besessen und verbreitet zu haben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt.

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          Der Kommunalpolitiker Michael G. (Piraten) sitzt wegen des Verdachts auf Kinderpornographie in Frankfurt in Untersuchungshaft. Der „Wiesbadener Kurier“ berichtete, dass der 46 Jahre alte Verdächtige, einer der Stellvertreter des Stadtverordnetenvorstehers in Wiesbaden, am Dienstag verhaftet worden sei. Das Amtsgericht Wiesbaden habe seine Identität bestätigt.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft, die die Ermittlungen führt, wollte den Namen des Verdächtigen nicht nennen. Nach ihren Angaben laufen gegen „einen sechsundvierzigjährigen Industriekaufmann aus Wiesbaden“ drei Verfahren. Schon im Oktober des vergangenen Jahres hatte die Generalstaatsanwaltschaft nach einer Wohnungsdurchsuchung Anklage erhoben. Sie warf dem Vater von Zwillingen vor, auf seinem Computer in der Zeit von Dezember 2012 bis Oktober 2013 fünf oder sechs Tauschpartnern mehrere tausend kinderpornographische Bild- und Videodateien zum Herunterladen zur Verfügung gestellt zu haben.

          Soll Kinder angesprochen haben

          Ein weiteres Ermittlungsverfahren kam in Gang, als der Beschuldigte im August des vergangenen Jahres auf einem Spielplatz in Mainz mit seinem Handy Fotos von nackten Kindern machte. Den herbeigerufenen Polizeibeamten musste der Beschuldigte sein Mobiltelefon aushändigen. Weil sich darauf zahlreiche Bilddateien mit unbekleideten Jungen und Mädchen befanden, wurde seine Wohnung abermals durchsucht. Auf verschiedenen elektronischen Speichermedien fand die Polizei damals rund 1000 Bilddateien und 20 Filme mit kinderpornographischen Inhalten.

          Zum dritten Mal fiel der Verdächtige Mitte Januar dieses Jahres abermals auf, abermals in Mainz. Er soll zwei Kinder angesprochen und ihnen auf seinem Handy Videos mit Kinderpornographie gezeigt haben. Auf das Angebot, für einen Euro mit ihm mitzukommen, seien die Kinder nicht eingegangen und stattdessen weggerannt, heißt es in der Darstellung der Generalstaatsanwaltschaft. Damit habe G. sich dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch das Vorzeigen pornographischer Abbildungen ausgesetzt und seine Festnahme ausgelöst.

          G. gehört der Rathausfraktion an, zu der sich Linke und Piraten zusammengeschlossen haben. Sie zeigte sich „tief geschockt von der Schwere der genannten Vorwürfe“. Man behalte sich vor, G. am Montag aus der gemeinsamen Fraktion auszuschließen, „da wir nach derzeitigem Stand keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sehen“, erklärte der Stadtverordnete Hendrik Seipel-Rotter (Piraten). Volker Berkhout, Landesvorsitzender der Piraten, kündigte für den Fall einer Verurteilung ein Parteiausschlussverfahren an.

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