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Brutvögel ohne Nachwuchs : Wo es Rotmilan, Kiebitz und Schwarzhalstaucher schwer haben

Rarität in Offenbach: Kiebitz Bild: dpa

Vogelkundler schlagen Alarm: Schwarzhalstaucher und Kiebitze bleiben ohne Nachwuchs. Auch dem Rotmilan geht es in der Frankfurter Nachbarschaft nicht gut.

          Die guten Nachrichten des jüngsten Ornithologischen Jahresberichts 2018 für Stadt und Kreis Offenbach lautet, beim Weißstorch hat es erstmals seit der Wiederansiedlung drei erfolgreiche Bruten gegeben mit acht Jungstörchen. Mitglieder der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz beobachten zudem seltene Arten, die kurzzeitig rasten oder über das Gebiet hinwegziehen: etwa Goldregenpfeifer, Schwarzkopfmöwen, Zwerg- und Weißbart-Seeschwalbe und Pfuhlschnepfen. Zu den besonders auffälligen Ereignissen zählt dem Bericht zufolge der Herbstzug der Kraniche.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          2018 wurden rund 41.500 Vögel auf ihrem Weg nach Südwesten gezählt. Zum Jahresende haben die Vogelbeobachter Birkenzeisige entdeckt, bei denen es sich zum Großteil um Taigabirkenzeisige aus dem Nordosten Europas gehandelt habe. Wesentliche Datenbasis der Publikation sind die Beobachtungen, die überwiegend auf www.ornitho.de eingegeben werden. Insgesamt standen für 2018 rund 25000 Meldungen zu 226 Arten und Hybriden zur Verfügung. Die Auswertungen zeigten, dass es Brutvögel zunehmend schwerer haben, einen ungestörten Ort für das Brutgeschäft zu finden, wie es heißt.

          Kein Bienenfresser weit und breit

          So konnten dem Bericht zufolge weder bei Kiebitzen noch bei Schwarzhalstauchern brütende Paare beobachtet werden. Nach Ansicht der Fachleute ist davon auszugehen, dass diese beiden Arten endgültig von der Liste der Brutvögel in Offenbach und der Region zu streichen sind. Grund zur Sorge bereitet den Ornithologen außerdem der Rotmilan. Auch 2018 konnte keine erfolgreiche Brut festgestellt werden.

          Abwesend: Die Ansiedlung des Bienenfressers ist in Offenbach misslungen Bilderstrecke

          Ebenso sei die dauerhafte Ansiedlung des seltenen Bienenfressers offenbar nicht gelungen. Von jungen Zwergdommeln und jungen Rohrweihen aus den Vorjahren sei 2018 ebenfalls keine Beobachtung mehr gemeldet worden. Es sei daher nicht sicher, ob die Jungvögel überlebt hätten.

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