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Keine Dieselfahrverbote : Sieg der Vernunft

  • -Aktualisiert am

Das geplante Dieselfahrverbot für einige Innenstadtstraßen in Mainz ist vorerst vom Tisch. (Symbolbild) Bild: dpa

Doch kein Dieselfahrverbot: Dass sich die Stadt Mainz und die Deutsche Umwelthilfe vor Gericht geeinigt haben, darf als Sieg der Vernunft gewertet werden. Kompromissbereitschaft zahlt sich auch in diesem Fall aus.

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          Manchmal liegt es ja auch nur daran, dass die Chemie zwischen den Beteiligten nicht stimmt. Kaum anders ist es zu erklären, dass sich die Deutsche Umwelthilfe so unerbittlich an den mehrfach modifizierten Luftreinhalteplänen der Stadt Mainz abgearbeitet hat. Andernorts, etwa in Wiesbaden und Darmstadt, war man viel eher bereit, Kompromisse einzugehen. Wobei die Verpflichtung, notfalls doch Diesel-Fahrverbote verhängen zu müssen, weiterhin wie ein Damoklesschwert über zirka 40 Kommunen schwebt, die noch immer die geltenden Grenzwerte für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft überschreiten.

          Dass sich die Stadt Mainz und die Deutsche Umwelthilfe vor Gericht auf einen Vergleich geeinigt haben, darf als Sieg der Vernunft gewertet werden. Die Kommune hat dabei unter anderem zugesagt, die in die City fließenden Verkehrsströme künftig besser zu leiten und zu verteilen; dafür sollen etwa Ampelschaltungen auf vier Hauptverkehrsachsen optimiert werden. Warum wurde an dieser Stellschraube nicht längst gedreht?

          Auf der anderen Seite erkennt die klagende Umwelthilfe erstmals an, dass sich die Mainzer mit ihrem Mobilitätskonzept nicht zu verstecken brauchen. Denn während in Wiesbaden noch über eine Citybahn diskutiert wird, fährt die Mainzelbahn schon seit Dezember 2016. Zudem stehen moderne Busse, ob mit Batterie- oder Brennstoffzellentechnik, ganz oben auf der Einkaufsliste der Verkehrsbetriebe.


          Nicht zuletzt liegt der Anteil der Strecken, die in der City mit Fahrrädern zurückgelegt werden, bei beachtlichen 20 Prozent. Dass an einzelnen Stellen der Stadt trotzdem noch zu hohe Schadstoffwerte gemessen werden, macht deutlich, dass die Verkehrswende einfach ein bisschen Zeit braucht. Saubere Luft lässt sich nicht von heute auf morgen verordnen oder gar einklagen.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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