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Stadtrat von Maintal : Erfolg im dritten Anlauf

Fachwerk-Perspektive: Blick auf die Hauptstraße mit dem historischem Rathaus des Maintaler Stadtteils Hochstadt Bild: Sandra Schildwächter

Karl-Heinz Kaiser hat es geschafft: Mit dem Sozialdemokraten hat die Stadt Maintal wieder einen hauptamtlichen Ersten Stadtrat.

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          Maintal bekommt wieder einen hauptamtlichen Ersten Stadtrat. Für den Posten des Dezernenten wurde Karl-Heinz Kaiser (SPD) gewählt, der bisherige Stadtverordnetenvorsteher. Die Entscheidung am Montagabend ging knapp aus. In geheimer Wahl stimmten 22 von 43 Stadtverordneten für den 62 Jahre alten Sozialdemokraten. 17 Voten erhielt der Gegenkandidat von der CDU, deren Fraktionsvorsitzender Martin Fischer. Vier Stadtverordnete lehnten beide Bewerber ab. Die Grünen hatten sich für den Kandidaten der SPD ausgesprochen, die FDP zur Wahl des CDU-Bewerbers aufgerufen. Die Wahlalternative Maintal (WAM) hatte sich nicht geschlossen auf einen der beiden Kandidaten festgelegt.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kaiser wird das Amt voraussichtlich am 1. September antreten. Nach der Wahl gelte zunächst eine Widerspruchsfrist von einem Monat, erklärt er. Außerdem müsse er seine Stelle als leitender Mitarbeiter im Vertrieb von Druckmaschinen kündigen. Der Sozialdemokrat wird Nachfolger des parteilosen Ralf Sachtleber, der nach zwei Amtszeiten ausscheidet.

          Für eine Wiederwahl Sachtlebers hatte es im September keine Mehrheit gegeben, die Fraktionen wollten vielmehr nach einem neuen Bewerber suchen. Die Amtszeit des Dezernenten endete regulär zum Ende des vergangenen Jahres. Weil aber seitdem kein Nachfolger bestimmt wurde, ist seine Amtszeit zweimal um je drei Monate verlängert worden, so dass der parteilose Stadtrat seine Funktion noch bis Ende Juni kommissarisch wahrnimmt.

          In den vergangenen Monaten hatten die Fraktionen zweimal ohne Erfolg den Versuch unternommen, einen neuen Ersten Stadtrat zu wählen. Daraufhin war zwischenzeitlich vorgesehen, gar keinen neuen Dezernenten zu bestimmen, sondern die Stelle des zweiten Hauptamtlichen zum 1. Juli zu streichen.

          Neu im Amt: Der Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) ist zum neuen Ersten Stadtrat von Maintal gewählt worden.
          Neu im Amt: Der Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) ist zum neuen Ersten Stadtrat von Maintal gewählt worden. : Bild: privat

          In diesem Sinne hatte im März der Haupt- und Finanzausschuss entschieden. Der Beschluss erging wegen der besonderen Bedingungen während der Corona-Pandemie in Vertretung der Stadtverordneten. Später hieß es, ein Ausschuss könne eine so weit reichende Entscheidung nicht stellvertretend fällen. Am Montagabend sprach sich Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) für die Wiederbesetzung der Stadtratsstelle aus. Eine Stadt von der Größe Maintals brauche zwei Hauptamtliche an der Spitze der Verwaltung.

          Kaiser verfügt über nötige Erfahrung

          Sebastian Meier (SPD) sagte, für Kaiser spreche die ausgleichende Art, mit der er als Vorsteher die Diskussionen der Stadtverordneten geleitet habe. So habe sich auch ohne eine Koalition eine Mehrheit zum Beispiel für den Etat zusammengefunden. Kaiser verfüge nach zwölf Jahren als Vorsteher und vorher zehn Jahren als Fraktionsvorsitzender über die nötige Erfahrung in der Kommunalpolitik. Monika Vogel (Die Grünen) sagte, der SPD-Bewerber habe „in bewegten Zeiten mit Ruhe und Kraft“ agiert und könne Brücken zwischen Magistrat und Bürgern bauen.

          Götz Winter (CDU) hatte zugunsten von Martin Fischer gesagt, als langjähriger Stadtverordneter sei er „der richtige Mann“, um an der Seite der Bürgermeisterin Verantwortung zu übernehmen. Thomas Schäfer (FDP) sagte, beide Bewerber seien respektabel und für das Amt geeignet, die FDP entscheide sich aber für Fischer, weil dessen Programm überzeugender sei. Bedauerlich sei, dass Kaiser für die SPD nur „dritte Wahl“ sei. Damit spielte Schäfer darauf an, dass bei vorigen Wahlversuchen Sebastian Maier angetreten war, nachdem eine andere SPD-Bewerberin, die Frankfurterin Marlies von der Malsburg, ihre Kandidatur zurückgezogen hatte.

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