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Pilotversuch in Frankfurt : Kampf den Keimen in Bussen und Bahnen

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„Gesundheit hat Vorfahrt“: Laut VGF ist das Ansteckungsrisiko in Bussen und Bahnen gering angesichts der Maskenpflicht und anderen Hygienevorschriften Bild: Lando Hass

Sind Nutzer von Bussen und Bahnen besonders corona-gefährdet? Das Ansteckungsrisiko ist eher gering, wie die Verkehrsgesellschaft Frankfurt meint. Gleichwohl beginnt sie ein Hygiene-Pilotprojekt.

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          Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und die beiden Frankfurter Verkehrsgesellschaften VGF und Traffiq wollen ihre Bemühungen um mehr Hygiene in Bussen und Bahnen, an Stationen und Haltestellen intensivieren. Unter dem Motto „Gesundheit hat Vorfahrt“ solle das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste in Corona-Zeiten weiter gestärkt werden, heißt es in einer Mitteilung der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). „Für viele Fahrgäste fahren wegen der Pandemie Unsicherheit und Bedenken mit“, dabei seien Busse und Bahnen nach bisherigen Erfahrungen keine Corona-Hotspots.

          Ralf Euler
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Ansteckungsrisiko im öffentlichen Personennahverkehr ist nach Angaben der VGF eher gering. Nach allen vorliegenden Erkenntnissen, und entgegen dem subjektiven Empfinden vieler Fahrgäste, trügen die Nutzung von Alltagsmasken oder anderen Mund-Nasen-Bedeckungen, eine ständige Frischluftzufuhr und die zumeist kurze Aufenthaltsdauer in Bahnen, Bussen, in Stationen oder an Haltestellen dazu bei, dass das Ansteckungsrisiko klein sei.

          Desinfektionsmittel-Spender aufstellen

          Auch die verstärkten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen der Verkehrsunternehmen leisteten einen wichtigen Beitrag, den öffentlichen Nahverkehr in Corona-Zeiten sicherer zu machen: verkürzte Reinigungsintervalle, automatische Türöffnung und das Hochregeln des Luftaustausches.

          An den zentralen Stationen Hauptwache, Konstablerwache, Willy-Brand-Platz und Südbahnhof würden häufig angefasste Flächen morgens und abends gereinigt. Jeweils Zweier-Teams seien mit der Desinfizierung von Fahrscheinautomaten, Notruf- und Informationssäulen, Aufzügen, Sitzgelegenheiten und Handläufen beschäftigt. Darüber hinaus will die VGF in diesen vier Stationen in einem Pilotversuch demnächst zunächst 20 Desinfektionsmittel-Spender aufstellen.

          Zudem testet die Verkehrsgesellschaft nach eigenen Angaben derzeit zwei Innovationen: Zum einen wurde an einer Rolltreppe an der Station Leipziger Straße ein mit ultravioletten Strahlen arbeitendes Gerät installiert, das die Zahl der Keime auf dem häufig angefassten Handlauf deutlich reduzieren soll. Zum anderen seien neuralgische Stellen in einem Aufzug an der Konstablerwache mit einer antimikrobiellen Beschichtung versehen worden, die Viren, Bakterien und Pilze abtöten solle.

          Zwar steigen die Fahrgastzahlen in Bahnen und Bussen seit Wochen wieder. Aber das Niveau von 2019 wird in diesem Jahr mit Sicherheit deutlich unterschritten. Von 2010, mit 154,9 Millionen Passagieren, bis 2019, mit 202,5 Millionen, erlebte der öffentliche Nahverkehr in Frankfurt einen rasanten Aufschwung, der durch die Corona-Pandemie nun unterbrochen wird.

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