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Finanzierung Kronberg Academy : Wort und Tat

Soll zum Epizentrum der Kammermusik werden: die geplante Kronberg Academy, hier bei Bauarbeiten 2019 Bild: dpa

Der Bau der Kronberg Academy wird teuer als gedacht. Bisher groß an den Kosten beteiligt hat sich die Stadt Kronberg nicht. Das könnte sich jetzt ändern.

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          Das nach dem katalanischen Cellisten benannte Pablo Casals Forum entstehe in, aber nicht nur für Kronberg, hat der Gründer und Vorsitzende der Kronberg Academy Stiftung, Raimund Trenkler, vor drei Jahren bei der Grundsteinlegung gesagt. Der Konzertsaal mit angeschlossener Ausbildungsstätte soll zu einem Zentrum der Kammermusik von europäischer Bedeutung werden. Der überregionale Anspruch hat sich auch in der Finanzierung niedergeschlagen. Annähernd die Hälfte der bisherigen Kosten von 45 Millionen Euro will die Bundesregierung übernehmen.

          Jetzt muss neu verhandelt werden, weil das Ensemble mehr als 58 Millionen Euro teuer wird. Öffentliche Hand und private Spender knüpften ihr Engagement dabei zunehmend an die Frage, inwieweit sich die Stadt Kronberg an dem Vorhaben beteilige, ließ Trenkler wissen. Das war ein Wink mit dem Zaunpfahl. Unbestreitbar profitiert die Stadt schon jetzt von dem internationalen Musikbetrieb. Mit dem Casals Forum bekommt sie noch ein bauliches Wahrzeichen hinzu.

          „Starkes Signal“ für Kammermusiksaal

          Bisher war Kronberg daran finanziell so gut wie nicht beteiligt. Dafür gab es Gründe, denn ein derart großes Vorhaben bleibt ein Wagnis, wie die Kostenentwicklung zeigt. Außerdem: Wer weiß, ob es dann schon begonnen worden wäre. Denn alles, was rund um den Bahnhof geschieht, diskutiert die Kronberger Politik seit Jahren mit großer Ausdauer.

          Kein Wunder, dass auch das „starke Signal“ für Kammermusiksaal und Academy, das der Antrag für einen Zuschuss von 500.000 Euro sein sollte, im Haupt- und Finanzausschuss eher wie ein flackerndes Licht daherkam. Die Academy hat dazu insofern beigetragen, als sie eher spät über die Mehrkosten informiert hat und inzwischen beachtliche 62 Prozent über dem ursprünglichen Plan liegt.

          Trotzdem wäre bei mancher Fraktion das Bekenntnis zur kulturellen Institution überzeugender, wenn sie es auch in finanzieller Hinsicht zum Schwur kommen ließe. Zumal es eher um ein Zeichen guten Willens geht, denn der städtische Anteil stopft die Deckungslücke bei weitem nicht. Die einzige gute Nachricht könnte die Entscheidung womöglich erleichtern: Trotz allem liegt der Bau des Konzertsaals im Zeitplan.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

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