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Angeschlagenes Unternehmen : Käufer für Pfungstädter Brauerei gefunden

  • -Aktualisiert am

Umsatzrückgänge während Corona-Pandemie: Die Pfungstädter Brauerei musste große Einbußen hinnehmen. Bild: Frank Röth

Es gibt für die Pfungstädter Brauerei neue Hoffnung. Ein Investor will den Betrieb des angeschlagenen Bierherstellers übernehmen, ein anderer auf Teilen des Areals Wohnungen bauen.

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          Nach langem Hin und Her gibt es für die Pfungstädter Brauerei offenbar einen Käufer. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, sei in dieser Woche ein Vertrag für das innerstädtische Areal unterschrieben worden. Demnach plane der neue Eigner dort ein Wohngebiet. Außerdem wolle ein anderer Investor die finanziell in Schwierigkeiten geratene Brauerei übernehmen, die sich seit vergangenem Monat in einem Schutzschirmverfahren befindet.

          Der Mannheimer Unternehmer Daniel Hopp, Sohn des SAP-Gründers, werde die Konzeption des Grundstücks übernehmen, wie das Unternehmen Pfungstädter weiter mitteilte. Gemeinsam mit Dietmar Friedewald wolle er ein „neues Stadtquartier mit Wohnungen“ entwickeln und bei der Planung eines Brauereineubaus mit dem Investor zusammenarbeiten, „um ein einheitliches und harmonisches Stadtbild zu schaffen“. Damit weiterhin im südhessischen Pfungstadt Bier hergestellt wird, bemühe sich laut Mitteilung außerdem der Pforzheimer Brauer Wolfgang Scheidtweiler um die Brauerei. Er sei am Standort interessiert und habe ein Angebot abgegeben.

          Schwer zu schaffen gemacht

          Seinen Plänen nach solle die historische Substanz weiterhin genutzt und um einen Neubau erweitert werden. Zwar müssten laut Mitteilung der Pfungstädter noch Einzelheiten hinsichtlich des Vertrags und des Konzepts geklärt werden. Scheidtweiler aber habe erklärt, bis dahin in den Gebäuden weiter zu brauen. Außerdem wolle der Unternehmer die bestehenden Arbeitsplätze sichern. Derzeit sind nach eigenen Angaben gut 100 Mitarbeiter bei Pfungstädter beschäftigt, das Unternehmen hatte zuletzt einen Jahresumsatz in Höhe von rund 17 Millionen Euro angegeben. Mit der Corona-Pandemie zusammenhängende Umsatzrückgänge – eigenen Angaben zufolge waren 13.000 Hektoliter weniger Bier verkauft worden – hatten der angeschlagenen Brauerei jedoch so schwer zu schaffen gemacht, dass sie ein Schutzschirmverfahren beantragte.

          Details, wie das Areal mit Wohnbebauung aussehen soll, sind nicht bekannt. Bei der Stadt Pfungstadt sehe man die Entwicklungen zwar sehr positiv sowohl hinsichtlich des geplanten Erhalts der Brauerei als auch der Vertragspartner, wie es aus dem Rathaus hieß. Eine attraktive Wohnbebauung sei selbstverständlich auch im Interesse der Stadt. Nun liege es in der Verantwortung der städtischen Gremien, das erforderliche Baurecht zu schaffen. „Konkrete Einlassungen sind in diesem frühen Stadium aber weder möglich noch zielführend“, teilte die Stadt abschließend mit.

          Im Februar waren die bis dahin anvisierten Pläne für das Areal gescheitert. Seinerzeit hatte ein Investor angekündigt, dort die „modernste Brauerei der Welt“ errichten zu wollen. Doch aus dem Prestigeprojekt wurde nichts. Wie es damals aus dem Rathaus hieß, habe die Stadt die Verhandlungen mit dem Investor Uwe Dieter Krück über einen für den Bau notwendigen Grundstücksverkauf ausgesetzt. Auch eine belastbare Einigung zwischen Investor und Brauerei habe nicht vorgelegen. Die Verhandlungen zwischen der Brauerei und Krück waren daraufhin ebenfalls ausgesetzt worden.

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