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Nach Buchenwald-Besuch : Schülern drohen Strafen wegen antisemitischer Lieder

  • Aktualisiert am

Gedenkstätte: Das ehemalige KZ Buchenwald nahe Weimar von außen gesehen Bild: Helmut Fricke

Drei Jugendliche aus Mittelhessen sollen auf der Rückfahrt von einem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald antisemitische Lieder abgespielt und mitgesungen haben. Ihnen drohen nun schulrechtliche Konsequenzen.

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          Nach einem mutmaßlich antisemitischen Zwischenfall auf einer Studienfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald drohen den drei verdächtigen Jugendlichen auch schulrechtliche Konsequenzen. Wie ein Sprecher des zuständigen Schulamts in Gießen auf Anfrage mitteilte, wird sowohl über pädagogische Maßnahmen als auch über entsprechende Ordnungsmaßnahmen nachgedacht.

          Damit könnten die 14 Jahre alten Jugendlichen, gegen die die Polizei ermittelt, im schlimmsten Fall der Schule verwiesen werden. „Der Fall wird schulisch auf unterschiedlichen Ebenen aufgearbeitet“, bestätigte der Leiter der betroffenen Theo-Koch-Schule im mittelhessischen Grünberg, Jörg Keller, der Nachrichtenagentur dpa.

          Polizei ermittelt

          Ob und welche schulrechtlichen Strafen ausgesprochen werden, wird nach Darstellung des Schulamtes jedoch erst nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen entschieden. Wann dies sein wird, ist nach Angaben einer Sprecherin der Polizei in Gießen weiter unklar. „Die Ermittlungen haben hohe Priorität – aber sie laufen noch“, sagte sie. Daher könne auch noch nicht gesagt werden, welche antisemitischen oder volksverhetzenden Lieder in dem Bus tatsächlich gesungen wurden.

          Laut Schulamt konnten die drei Lehrer, die die Studienfahrt am 15. Oktober begleiteten, den Vorfall nicht beobachten: Die drei 9. Klassen reisten mit einem Doppeldecker-Bus, die Pädagogen hielten sich zum fraglichen Zeitpunkt in einer anderen Etage des Fahrzeugs auf. „Die Lieder waren aber klar im Inhalt“, sagte der Sprecher des Schulamts.

          Die drei Schüler sollen auf der Rückfahrt von dem Besuch der Gedenkstätte in Thüringen antisemitische Lieder abgespielt und mitgesungen haben. Die Schulleitung erstattete daraufhin Anzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Den Angaben des Landkreises Gießen zufolge wurde die Theo-Koch-Schule bereits mehrfach für ihre Arbeit in der Extremismus-Prävention ausgezeichnet.

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