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Ionenbeschleuniger : Teurer tiefgelegter Teilchenzoo

  • -Aktualisiert am

Ringschluss: Über dem Beschleunigertunnel liegt schon die Betondecke. Der Graben wird wieder zugeschüttet. Bild: Lucas Bäuml

Die Arbeiten am Ionenbeschleuniger FAIR in Südhessen kommen voran. 2027 könnte die riesige Forschungsanlage fertig sein. Allerdings wird sie weit teurer als gedacht. Was sind die Gründe?

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          Wollten sie im Wald zwischen Messel und Wixhausen geklonte Dinos züchten, sähe die Baustelle wohl so ähnlich aus: Ein neun Meter tiefer Graben klafft im Gelände, unüberwindlich für jeden T-Rex, der diesseits der Barriere auf die Jagd gehen mag. Des Weiteren sorgen 65.000 Tonnen Stahl und 600.000 Kubikmeter Beton für Ausbruchssicherheit – genug Material für neun Eiffeltürme und acht Frankfurter Waldstadien. Der Stahlbeton wird zu Böden, Wänden und Decken von anderthalb bis drei Metern Dicke geformt. Gegen solche Mauern würde auch ein stinkwütender Dickkopfsaurier vergeblich anrennen.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          In der schwülwarmen Ebene nahe Darmstadt entsteht allerdings kein Jurassic Park, sondern ein Teilchenzoo. Statt riesiger Fleischfresser werden hier Atomkerne im Kreis herumrasen, schneller als jeder Velociraptor, mit 99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, um genau zu sein. Die gewaltigen Mengen an Stahlbeton dienen tatsächlich der Sicherheit, genauer gesagt dem Strahlenschutz, aber auch der Stabilität. Schließlich soll in der „Facility for Antiproton and Ion Research“, kurz FAIR, Präzisionsforschung mit hochempfindlichen Geräten betrieben werden. Und das südhessische Tiefland ist Erdbebengebiet.

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