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Frankfurt reißt Warnstufe : Inzidenzwert ohne Folge für Eintracht-Fans

Jubel möglich: Eintracht Frankfurt darf Zuschauer ins Stadion lassen. Bild: dpa

Frankfurt übersteigt einen neuen Grenzwert: Ein Zuschauerausschluss beim Heimspiel von Eintracht Frankfurt ist aber nicht vorgesehen. Das Infektionsgeschehen sei klar einzugrenzen.

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          Frankfurt hat nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) den nächsten Grenzwert des hessischen Eskalationskonzeptes überschritten. Das RKI in Berlin meldete am Freitag 42 neue Fälle in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Ab einem Wert von 35 tritt in Hessen die nächste Warnstufe in Kraft. Am Donnerstag hatte die Inzidenz in Frankfurt noch bei 25,3 gelegen.

          Daniel Meuren

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Grund für den Anstieg ist nach Angaben des Gesundheitsdezernats ein Cluster in einer Gemeinschaftsunterkunft, in der Geflüchtete, osteuropäische EU-Bürger und Obdachlose leben.

          Ein Ausschluss von Zuschauern beim Heimspiel der Frankfurter Eintracht gegen die TSG Hoffenheim am Samstag (15:30 Uhr) ist aber nicht vorgesehen, obwohl allgemein gilt, bei einem höheren Wert als 35 Zuschauer auszuschließen. Mit dieser Begründung wurde beispielsweise am Mittwoch das Super-Cup-Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund ohne Publikum bestritten.

          Klar einzugrenzen

          „Wir befinden uns seit heute in der 3. Eskalationsstufe. Das Infektionsgeschehen ist nicht in der breiten Fläche zu finden, sondern kann zu einem erheblichen Teil auf ein konkretes lokales Ereignis eingegrenzt werden“, sagt Stadtrat Stefan Majer.

          Ausgehend von einem Ausbruch in einem Postverteilzentrum außerhalb von Frankfurt haben sich sehr viele Personen in und außerhalb des Landkreises Offenbach infiziert. In Frankfurt ist eine Gemeinschaftsunterkunft betroffen, in der Geflüchtete, osteuropäische EU-Bürgerinnen und -Bürger und Wohnsitzlose leben. Mittlerweile sind hier insgesamt 114 Kontaktpersonen, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende, infiziert. Die hohen Infektionszahlen sind offensichtlich auf das Nichteinhalten der Hygieneregeln und der Maskenpflicht zurückzuführen.

          Die positiv getesteten Personen sowie Familienangehörige sind in anderen Unterkünften isoliert worden. Die Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Mehr als 50% der Infizierten sind asymptomatisch, manche geben leichte Beschwerden an, zwei Personen mit ausgeprägteren Beschwerden werden von Ärztinnen und Ärzten des Gesundheitsamtes regelmäßig besucht. Ein Patient mit einer schweren Grunderkrankung wird in der Uniklinik behandelt.

          Zur schnellen Eindämmung des Infektionsgeschehens führt das Gesundheitsamt alle erforderlichen Maßnahmen durch. In der betroffenen Einrichtung finden bei Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeitenden weitere Folgetestungen statt. Darüber hinaus arbeitet das Gesundheitsamt zusammen mit dem Träger der Einrichtung unter Hinzuziehung von Sprachmittlern daran, dass die Hygienevorschriften und die Maskenpflicht strikt eingehalten werden.

          Außerdem treten die vom Hessischen Präventions- und Eskalationskonzept vorgegeben Maßnahmen in Kraft.

          Keine Überschneidung mit Fußballfans

          Der stellvertretende Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, Antoni Walczok, hat in diesem Zusammenhang Eintracht Frankfurt informiert, dass das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstag mit der geplanten Zuschauerzahl stattfinden kann: „Wir sehen keine Überschneidungen zwischen dem lokalen Infektionsgeschehen und den Gästen des Eintracht Frankfurt-Spiels. Daher ist eine Reduktion der Zuschauerzahlen infektiologisch nicht notwendig.“

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