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Frankfurt reißt Warnstufe : Inzidenzwert ohne Folge für Eintracht-Fans

Das Konzept der hessischen Landesregierung sieht beim Überschreiten der ersten Warnstufe bei einem Wert ab 20 erhöhte Aufmerksamkeit, ein erweitertes Meldewesen und „bedarfsgerecht angepasste Maßnahmen“ vor. Wird die 35 überschritten, sind „erweiterte Maßnahmen“ nötig und eine Einbindung des Planungsstabs im Ministeriums.

Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, rügt derweil die deutsche Corona-Politik. Sie setze zu sehr auf Eindämmung des Virus und nutze zu wenig das Wissen von Medizinern aus dem öffentlichen Gesundheitswesen im Umgang mit Pandemie.

Für Hessen steht eine 16,6 zu Buche. Damit liegt Hessen nun in der sogenannten Inzidenz-Rangliste der Bundesländer vor Bayern, das wegen zahlreicher Neuinfektionen wochenlang im Blickpunkt stand. An der Spitze der Liste stehen nun Bremen, Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen, und zwar in dieser Reihenfolge.

Zahl der Corona-Opfer stagniert

Wie sich aus den RKI-Daten weiter ergibt, bleibt das Corona-Infektionsgeschehen in Hessen rege. Über Nacht haben die Gesundheitsämter 235 neue bestätigte Fälle gemeldet. Die Zahl war nach Angaben des hessischen Sozialministeriums auch eshalb so hoch, weil es zuvor bei der
Übermittlung der Daten Probleme gegeben hatte. Am Vortag waren es hundert weniger.

Die jeweils nur tageweise unterbrochene Serie dreistelliger Neuinfektionen setzt sich mithin fort. Seit März sind 19.324 Infektionen bestätigt worden. Rund 16.900 gelten als überwunden. 551 Patienten sind an den Folgen von Corona gestorben, am Freitag wurde also kein neuer Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Zahl der Corona-Opfer stagniert den offiziellen Daten zufolge. Demgegenüber gibt es täglich etwa 100 weitere Genesene. Deshalb verbessert sich die statistische Relation von Genesenen zu Todesfällen stetig. Derzeit kommen 30,6 überwundene Infektionen auf einen Todesfall.

Wie das RKI der F.A.Z. weiter mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen.

Das Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. Bis vor einigen Tagen berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

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