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Rotmeldung in Kliniken : Intensivstationen ausgelastet

Ungleichgewicht: Was bei Covid-Patienten angewendet wird, fehlt im akuten Notfall. Bild: dpa

Notfallpatienten im Main-Kinzig-Kreis finden kaum noch Aufnahmemöglichkeiten. Eine Besserung der Lage auf den Intensivstationen ist in den nächsten Wochen nicht zu erwarten.

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          Wegen zahlreicher Corona-Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf sind die vier Intensivstationen der Kliniken im Main-Kinzig-Kreis „rot“ gemeldet. Die Häuser können keine Notfälle mehr aufnehmen, die eine Intensivbehandlung benötigen. Die Besatzung von Rettungswagen, die Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt oder andere lebensbedrohliche Gesundheitslagen transportiert, erhält bei einer Rotmeldung das Signal, ein anderes Krankenhaus anzufahren. Die Kreisverwaltung beschreibt die Situation an den Krankenhäusern als „höchst problematisch“.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          In den vier Kliniken befinden sich den Angaben zufolge 49 Patienten mit Covid-19, davon 15 auf den Intensivstationen. Zehn Menschen müssen beatmet werden. Die Zahl der freien Intensivkapazitäten sei aus verschiedenen Gründen erheblich eingeschränkt, sagt Landrat Thorsten Stolz (SPD). „Mittlerweile ist es denkbar, dass ein Patient mit einem Herzinfarkt, der intensivmedizinische Betreuung braucht, über weite Strecken bis zu einem freien Behandlungsplatz in einem Krankenhaus gefahren werden muss.“ Der Verwaltungsstab des Kreises berate kontinuierlich über kurzfristige Schritte zur Entschärfung der Lage. Allerdings seien die konkreten Handlungsmöglichkeiten begrenzt, weil sich das exponentielle Wachstum bei den Corona-Neuinfektionen seit vielen Tagen fortsetze.

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