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Nach Unfall im A3-Stau : Initiative „Dannenröder Wald“ hält Anschuldigungen für „geschmacklos“

Umweltaktivisten hängen an einer Brücke über der Autobahn 3 und protestieren gegen die Rodung von Bäumen im Herrenwald und Dannenröder Forst. Bild: dpa

Die Initiative „Dannenröder Wald“ meldet sich nach dem Unfall im Zuge der Proteste am Dienstag zu Wort – und verteidigt sich gegen Vorwürfe. Ein Ermittlungsverfahren gegen die Beteiligten wird es dennoch geben.

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          Mit Bedauern und scharfer Kritik an der Polizei hat die Initiative „Dannenröder Wald“ am Dienstag auf den schweren Verkehrsunfall auf der A 3 reagiert. Der Unfall war die indirekte Folge einer Protestaktion von Sympathisanten auf einer Autobahnbrücke bei Idstein. Die Aktivisten hatten sich von der Brücke abgeseilt und Transparente gegen den Lückenschluss der A 49 und der Rodung des Dannenröder Forstes entrollt. Das löste einen Großeinsatz der Polizei aus, die A 3 wurde zeitweise gesperrt.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Am Ende des bis zu 14 Kilometer langen Staus ereignete sich ein Auffahrunfall, bei dem ein 29 Jahre alter Autofahrer schwer verletzt wurde und mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden musste.

          Die Initiative „Dannenröder Wald“ hält es in der Stellungnahme für „geschmacklos“, dass die Polizei „Auffahrunfälle bei Autobahnstaus als traurigen Alltag akzeptiert“, im Fall der jetzigen „Tragödie“ auf der A 3 aber gleich Anschuldigungen erhebe.

          Die Initiative wolle darauf erst später eingehen und zunächst „den Angehörigen die Ruhe lassen, mit diesem Schock umzugehen“, wie sie schreibt. Wegen des Staus hatten sich die Rettungskräfte durch den Verkehr zur Unfallstelle kämpfen müssen, auch das Spezialeinsatzkommando der Polizei hatte festgesteckt, weil keine durchgängige Rettungsgasse gebildet worden war.

          Nach Angaben der Polizei soll gegen die Teilnehmer der Abseilaktion nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

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