Sehr warm und sehr sonnig : Sommer in Hessen so trocken wie noch nie

Wie in ganz Deutschland sind die vergangenen drei Monate auch in Hessen außergewöhnlich warm und sonnig gewesen – vor allem aber extrem niederschlagsarm. Je Quadratmeter fehlen fast 140 Liter Regen.
Meteorologen stapeln meist tief statt hoch. Schließlich betrachten sie in der Regel nicht nur das Wetter der vergangenen und nächsten paar Tage, sondern haben auch das große Ganze im Blick, also die Statistiken der vergangenen Jahrzehnte. Und in deren Licht verblasst so manche Meldung, die sich im Radio und Fernsehen oder in den sogenannten sozialen Medien wie eine Sensation anhört. Alles andere als blass ist allerdings das, was die Experten vom Deutschen Wetterdienst am Dienstag als vorläufige Bilanz der vergangenen drei Monate verkündet haben: Denn der Sommer 2022 war ihren Daten zufolge in Hessen nicht nur einer der drei wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen, sondern auch der trockenste und sonnigste.
Mit einer Durchschnittstemperatur von gut 19,6 Grad lagen die vergangenen drei Monate im Bundesland insgesamt fast 3,5 Grad über dem langjährigen Normalwert von 16,2 Grad. Zudem brachten sie es auf rekordverdächtige 56 sogenannte Sommertage, sprich Tage, an denen die Höchsttemperatur 25 Grad oder mehr erreichte. Noch beeindruckender ist allerdings die Zahl der Sonnenstunden, die dabei zusammenkam: Die Experten vom Wetterdienst haben gut 860 Stunden registriert – normalerweise sind es im Sommer in Hessen 586 Stunden.
Geradezu erschreckend nimmt sich im Vergleich dazu allerdings die Niederschlagsbilanz aus: Mit gerade einmal 85 Litern Regen je Quadratmeter in den vergangenen drei Monaten hat Hessen in diesem Sommer eine geradezu historische Dürre erlebt, vom langjährigen Normalwert von 222 Litern konnten Landwirte, Gärtner und Förster nur träumen, stattdessen sind im ganzen Land die Felder vertrocknet und die Wälder verbrannt. Im Ländervergleich war Hessen nach dem Saarland in diesem Sommer das Bundesland mit dem wenigsten Niederschlag.





