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Bad Vilbel : In der Burg wird doch Theater gespielt

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Wird doch bespielt: Bad Vilbeler Wasserburg, Schauplatz der Burgfestspiele - allerdings mit deutlich abgespeckter Platzzahl Bild: Wolfgang Eilmes

Die Freunde der Burgfestspiele in Bad Vilbel müssen im Sommer doch nicht ganz auf Theater verzichten. Weitere Corona-Lockerungen ermöglichen Veranstaltungen auch in etwas größerem Rahmen. Gegeben wird etwa „Ladies Night“.

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          In der mittelalterlichen Wasserburg in Bad Vilbel, in der sich sonst in diesen Wochen Theaterfreunde aus der ganzen Region Abend für Abend und an vielen Tagen auch vormittags und nachmittags ein Stelldichein geben, ist jetzt alles verwaist. Die Corona-Pandemie hat auch die Saison der Bad Vilbeler Burgfestspiele beendet, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Damit Vorbereitungen von Proben bis zu Kulissenbauten nicht umsonst gewesen sind, hat die Festspielleitung den Spielplan ins nächste Jahr verschoben und Besuchern, die sich meist schon längst Karten besorgt hatten, Ersatztermine angeboten.

          Gleichwohl müssen die Bürger im Sommer nicht ganz auf Theater verzichten. Weitere Lockerungen in Sachen Corona ermöglichen Veranstaltungen auch in etwas größerem Rahmen. Also beschloss die Festspielleitung in Abstimmung mit der Stadt, ein Bühnenprogramm für die Burg zusammenzustellen. Natürlich war es in der Kürze der Zeit und vor dem Hintergrund weiterhin geltender Einschränkungen nicht möglich, einen vielschichtigen Spielplan zu erstellen, aber es werden zwei Stücke gespielt, von denen die Intendanz meint, dass sie ihr Publikum finden werden.

          Im Hollywood der späten dreißiger Jahre

          Die Komödie „Ladies Night“ war vor gut einem Jahrzehnt schon einmal in Bad Vilbel zu sehen und ein Renner. Allerdings gibt es eine Neuinszenierung mit anderen Regisseuren und anderen Schauspielern. Eine weitere Komödie, „Mondschein und Magnolien“, spielt im Hollywood der späten dreißiger Jahre, befasst sich ironisch und überspitzt mit den Querelen im Produktionsfieber um den erfolgreichen Film „Vom Winde verweht“. Auf dem Spielplan stehen von Ende Juli bis Mitte September knapp 50 Vorstellungen, was in etwa knapp einem Viertel der Aufführungen der Burgfestspiele entspricht.

          Dass die Zuschauerzahlen der Burgfestspiele der zurückliegenden Jahre, als um die 100.000 Besucher kamen, in diesem Sommer kein Maßstab sind, hat auch damit zu tun, dass nur eine deutlich kleinere Tribüne aufgebaut werden kann. Denn infolge der nach wie vor geltenden Abstandsregeln können ledig jeweils etwa 180 Gäste zu den Aufführungen kommen. Sollte die Politik in nächster Zeit weitere Lockerungen beschließen, ließe sich die Tribüne im Burghof noch mit bis zu rund 420 Plätzen herrichten. Was etwas mehr als die Hälfte der Plätze der Burgfestspiele ist. Gespielt wird am Abend unter der Woche sowie am späten Nachmittag an Wochenenden.

          Auch bei den Proben auf Abstand zu achten

          Die Stücke werden von Theaterleuten in Szene gesetzt, die schon mehrfach im Festspielensemble gearbeitet haben. Als klar war, dass es in diesem Jahr keinen Spielplan wie sonst geben würde, wurden die Künstler in Kurzarbeit geschickt, verbunden mit dem Angebot zur Fortgeltung der Verträge für 2021. Was die meisten auch angenommen haben. Nun hat sich für gut ein Dutzend von ihnen Gelegenheit ergeben, die Arbeit jetzt wieder aufzunehmen. Wobei das unter erschwerten Bedingungen geschieht.

          Nach den Vorgaben des Hygienekonzepts muss schon bei den Proben hinter den Kulissen stets auf Abstand geachtet werden. Die Regisseure haben die Szenen so zu gestalten, dass sich die Schauspieler auch auf der Bühne nicht zu nahe kommen. Gleichwohl, aus dem Ensemble heißt es unisono: „Hauptsache, wir können spielen.“

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