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Junge „Corona-Klassiker“ : Auffällige Hunde nach drei Besitzerwechseln

Bewegungsdrang: Die Schilder an den Zwingern sind Hinweise für die Gassigeher, welcher Hund noch keine Runde gedreht hat. Bild: Cornelia Sick

In Tierheimen tauchen die ersten „Corona-Klassiker“ auf – denn die Pandemie hat auch für Vierbeiner vielerlei Folgen. Das schlägt auf die Kassen von Kommunen durch. Ein Beispiel aus dem Frankfurter Umland.

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          Lange haben die Gespräche meist nicht gedauert. „Immer wieder kamen Anfragen, ob wir Welpen oder Kitten hätten“, sagt Manuela Henninger, stellvertretende Leiterin des Oberurseler Tierheims, über das vergangene Jahr. „Nach drei Rückfragen haben wir schnell gemerkt, ob der Entschluss, sich ein Tier anzuschaffen, überhastet oder gut durchdacht war.“ Manche Anrufer hätten grußlos aufgelegt, als sie erfahren hätten, dass es am Oberurseler Waldrand keine Hunde- und Katzenkinder gebe. Den im Corona-Lockdown entstandenen Wunsch nach einem Tier haben sich dann viele im Internet erfüllt.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Die Tierheime sorgen sich, als Folge der großen Nachfrage könnte ihnen eine Rückgabewelle ins Haus stehen. Ganz so einfach ist es nicht. „Wenn die Halter erfahren, dass bei uns eine Abgabegebühr fällig wird, verkaufen sie den Hund lieber über eine Online-Anzeige weiter“, sagt Henninger. Wenn dann auch der nächste Besitzer nicht damit zurechtkomme, landeten die Tiere womöglich erst nach drei Stationen im Tierheim. „Dann zeigen gerade junge Hunde massivere Auffälligkeiten und sind schwer vermittelbar.“

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