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Waffenschein-Nachfrage : Hessen setzen auf Eigensicherung

  • -Aktualisiert am

Warnsignal: Schreckschuss- und Reizstoffwaffen sind stark gefragt, und die Genehmigung, sie mitzuführen, ist leicht zu haben. Bild: dpa

Obwohl die Zahl der Straftaten sinkt, steigt das Bedürfnis, sich mit Schreckschusspistolen oder Reizstoffwaffen selbst zu schützen. Hessens Innenminister Peter Beuth sieht das mit Sorge. Sein Ministerium empfiehlt akustische Alternativen zur Eigensicherung.

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          Immer mehr Menschen in Hessen besitzen einen Kleinen Waffenschein. Der berechtigt dazu, Schreckschusspistolen, Signalwaffen und Reizstoffwaffen verdeckt in der Öffentlichkeit mitzuführen und im Notfall damit zu schießen. Die Nachfrage sei im Vergleich zu 2016 zwar deutlich zurückgegangen, aber immer noch hoch, heißt es im Innenministerium in Wiesbaden. Voraussetzung für die Erteilung eines Kleinen Waffenscheins ist, dass der Bewerber volljährig ist sowie persönlich geeignet und zuverlässig erscheint. Das Mitführen scharfer Waffen hingegen ist in Deutschland nicht ohne weiteres möglich.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im vergangenen Jahr wurden in Hessen nach Angaben des Innenministeriums 5287 Kleine Waffenscheine erteilt und damit mehr als dreimal so viele wie noch 2015 oder 2014. Allein in Frankfurt nahm die Zahl der Genehmigungen im gleichen Zeitraum von 159 auf 573 zu. Das geht aus der Antwort von Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Parlamentarische Anfrage der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag hervor. Da für den Kleinen Waffenschein kein konkretes Bedürfnis – wie beispielsweise eine belegbare individuelle Gefährdung – nachzuweisen ist, muss er auf Antrag im Regelfall erteilt werden. Ausnahmen sind nur möglich, wenn dem Antragsteller fehlende Zuverlässigkeit oder mangelnde persönliche Eignung nachgewiesen werden kann.

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