https://www.faz.net/-gzg-9yqa8

Luftverkehr gefährdet : Mehr illegale Drohnenflüge seit Corona-Pandemie

Bei aktuellen Meldungen von Drohnen dürfen Fluglotsen aus Sicherheitsgründen keine Start- und Landefreigaben erteilen (Symbolbild). Bild: dpa

Seit Jahresbeginn sind schon 25 Drohnen in der Nähe und innerhalb des Frankfurter Flughafengeländes gezählt worden – im Vergleichszeitraum 2019 waren es noch 17. Passagiere und Flugzeugbesatzungen können dadurch gefährden werden.

          1 Min.

          Die Corona-Pandemie bringt zwar den regulären Flugverkehr auch in Frankfurt beinahe zum Erliegen, die Zahl der unerlaubten Drohnenflüge in Flughafennähe nehmen dagegen zu. Seit Jahresbeginn hat die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH in Langen schon 25 Drohnensichtungen in der Nähe und innerhalb des Flughafengeländes gezählt. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es noch 17.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Drohnensichtungen werden in aller Regel von Verkehrspiloten oder Fluglotsen gemeldet. Im Januar waren es nach Angaben der Flugsicherung vier, im Februar zehn und im März elf Behinderungen durch unbemannte Fluggeräte. 2019 waren es im Januar eine Sichtung, in den beiden Folgemonaten je acht.

          Deutschlands verkehrsreichster Flughafen in Frankfurt ist mit den bislang gemeldeten 16 Sichtungen auch in diesem Jahr mehr als alle anderen deutschen Verkehrsflughäfen betroffen. Drei Drohnensichtungen gab es am Flughafen Berlin-Tegel, zwei in Hamburg, ebenso zwei in München und jeweils eine in Stuttgart, Nürnberg und Saarbrücken. Die Drohnen wurden jeweils in der Nähe der Flughäfen oder sogar innerhalb der Flughafenbegrenzungen gesichtet, wie die Flugsicherung weiter mitteilt.

          Da die kleinen Fluggeräte Passagiere und Flugzeugbesatzungen gefährden können, dürfen Fluglotsen bei aktuellen Meldungen aus Sicherheitsgründen keine Start- und Landefreigaben erteilen. Die Folge sind zum Teil erhebliche Verspätungen, Ausweichlandungen und Flugausfälle. Das alles verursacht große wirtschaftliche Schäden für Flughäfen und -gesellschaften. In Frankfurt kam alleine in diesem Jahr der Flugverkehr bei zwei Zwischenfällen im Februar und März für insgesamt vier Stunden teilweise oder sogar ganz zum Erliegen. Im Jahr 2019 lag die Dauer aller Flugverkehrsstörungen in Deutschland durch Drohnensichtungen den Angaben zufolge bei insgesamt knapp drei Stunden.

          Die Flugsicherung weist darauf hin, dass unerlaubte Drohnenflüge in der Nähe von Flughäfen als „gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr“ gelten und mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet werden. Die Gesellschaft, die dem Bund gehört, arbeitet derzeit an einem Konzept für die systematische Erkennung von Drohnen an den deutschen internationalen Verkehrsflughäfen. Dazu sind Mitte des Jahres erste Tests mit verschiedenen Drohnendetektionssystemen geplant.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Frau telefoniert in einer Telefonzentrale für die Arzthotline 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

          Keine Impftermine möglich : Nette, aber hilflose Impfhotlines

          Die Impfstoffbeschaffung ist Bundessache, das Verabreichen aber die der Länder. In keinem von ihnen lässt sich ein Termin für eine Impfung vereinbaren. Die Länder halten den Bund für schuldig – und Pfizer.
          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.
          2:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach: der nächste schwere Schlag für die Dortmunder.

          2:4 bei Mönchengladbach : Dortmund nun endgültig in der Krise

          Mönchengladbach zieht nach dem Sieg im wilden Borussen-Duell in der Tabelle an den Dortmundern vorbei. Der BVB kann seine Probleme in der Abwehr nicht abstellen und bangt nun um die Qualifikation für die Champions League.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.