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Im Gespräch: Susanne Fröhlich : „Man muss einfach nur die Ohren aufsperren“

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Zwei Steine: Die Hände gehören zu der Frau, die zuerst mit dem „Ausgehspiel” auf HR 3 regional bekannt wurde und dann... Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

Mit Büchern wie „Moppel-Ich“ (übers Abnehmen) und Romanen wie „Treuepunkte“ (über Beziehungsstress) oder „Frisch gepresst“ (übers Kinderkriegen) hat sich die Frankfurterin Susanne Fröhlich in viele Herzen geschrieben. Sie setzt ihr Mundwerk gewinnbringend ein und lebt im Taunus.

          Mit Büchern wie „Moppel-Ich“ (übers Abnehmen) und Romanen wie „Treuepunkte“ (über Beziehungsstress) oder „Frisch gepresst“ (übers Kinderkriegen) hat sich die Frankfurterin Susanne Fröhlich in viele Herzen geschrieben. Sie setzt ihr Mundwerk gewinnbringend ein und lebt im Taunus.

          Man kennt Sie aus dem Fernsehen, aus dem Radio, Sie schreiben Bücher. Was geben Sie in Fragebögen als Beruf an?

          Meistens schreibe ich „Autorin“.

          ...mit dem Buch „Moppel-Ich” viel Erfolg hatte und die gerne lacht...

          Ursprünglich haben Sie mal Jura studiert.

          Ja, eigentlich aus Protest. Mein Vater hat als Anwalt und Notar immer gesagt: Das ist nichts für dich. Da wollte ich es ihm zeigen, doch nach vier Semestern musste ich zugeben, dass er leider recht hatte. Dann hat mein Vater - er schreibt sehr gerne Briefe - mir einen Brief geschrieben: Er würde vorschlagen, dass ich mein Mundwerk künftig gewinnbringend einsetze.

          Das haben Sie dann ja auch getan. Sie waren Redakteurin beim HR, haben über viele Jahre „Das Ausgehspiel“ auf HR3 moderiert. Da riefen viele blöde Männer an.

          Nicht nur Männer, da nehmen sich die Geschlechter nichts. Es gibt leider auch eine Menge doofer Frauen.

          Jedenfalls hatten Sie eine Art, der man anmerkte, dass Sie manchen Anrufer schon etwas grenzwertig fanden, aber Sie haben die Leute am Leben gelassen, Sie haben sie nicht vorgeführt.

          Ja, weil ich diese Aasfresserei nicht gutfinde. Es ist zu leicht, sich über jemanden lustig zu machen, der eh schon am Boden liegt.

          Verleitet im Unterschied zum Hörfunk das Medium Fernsehen zum Zynismus?

          Ich glaube schon. Fernsehen ist zwar nicht gleich Fernsehen, aber wenn ich „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germany's next Top Model“ sehe, dann graust's mich schon ein bisschen.

          Was stört Sie konkret?

          Das ist sicherlich auf seine Weise exzellent gemachtes Fernsehen. Aber das hat so eine verachtende Komponente. Man schützt die Leute nicht. Man sitzt davor und schämt sich und fragt sich: Warum hält dich nicht irgendwer aus der Crew davon ab, dich lächerlich zu machen? Hast du keine Eltern, die dir sagen, du kannst nicht singen?

          Fiel es Ihnen schwer, nach 20 Jahren auf die Moderation des Ausgehspiels zu verzichten?

          Ich hab diese Sendung wirklich sehr gern gemacht, aber irgendwann war es auch gut. Ich war ja auch allmählich in einem Alter, das nicht mehr so recht zu HR3 passt. Und außerdem: Es war immer samstags abends live, ich kam zu jeder privaten Einladung zu spät.

          Ihr Lebensgefährte, der Fernsehmoderator Gert Scobel, war dann vielleicht schon allein vorausgegangen und amüsierte sich. Neigen Sie zur Eifersucht?

          Habe ich mir weitgehend abgewöhnt. Ich finde, Eifersucht ist unproduktiv und macht schlechte Laune. Wenn ich jetzt darüber nachsinne, wie viele Praktikantinnen mein Mann im Moment hat oder wie viele Studienrätinnen ihm glühende Briefe schreiben - bringt mich das weiter? Und wenn sich mein Lebensgefährte auf einer Party angeregt mit einer Mittzwanzigerin unterhält, denke ich, lass ihm doch den Spaß. Ich nehme ihn hinterher mit heim, und er ist gut gelaunt. Ich fände es auch umgekehrt nervig, wenn er bei jeder SMS nachfragen würde, von wem die jetzt war.

          Sie sind ja nicht nur Ehefrau, sondern auch Mutter einer siebzehnjährigen Tochter und eines zehnjährigen Sohnes. Streng?

          Ja, ich bin streng. Es muss Regeln geben. Ich mag es zum Beispiel nicht, wenn Kinder sich dauernd ins Gespräch einmengen, ich gehe ja auch nicht, wenn meine Kinder Besuch haben, zu ihnen und rede ihnen dauernd rein. Ich finde es auch nicht so toll, wenn ein Kind nur mit dem Wort „Durst!“ seiner Befindlichkeit Ausdruck verleiht. Ein kleines Verb darf auch noch hinzukommen.

          Einer breiten Masse bekannt wurden Sie nicht nur als Hörfunk- und Fernsehmoderatorin, sondern als Buchautorin.

          Ja, durch „Moppel-Ich“.

          Sie bekamen durch diesen Erfolg noch mehr Aufmerksamkeit. Hat das Ihr Leben geändert?

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