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IHK-Umfrage : Fachkräfte fehlen: 45.000 Stellen in Hessen unbesetzt

  • Aktualisiert am

Eine Lehre aus dem Fachkräftemangel: 54 Prozent der Betriebe wollen mehr ausbilden Bild: dpa

Viele hessische Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften. 45.000 Stellen konnten dieses Jahr nicht besetzt werden, wie eine IHK-Umfrage ergab. Der Fachkräftemangel sei eine Wachstumsbremse, aber auch von Betrieben selbst verursacht.

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          Viele hessische Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften. Allein in diesem Jahr blieben laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) etwa 45.000 Stellen unbesetzt. An qualifizierten Mitarbeitern mangele es vor allem in technischen Berufen und im Dienstleistungsgewerbe, sagte der Geschäftsführer der IHK-Arbeitsgemeinschaft Hessen, Matthias Gräßle, am Dienstag in Frankfurt.

          Der Fachkräftemangel sei eine Wachstumsbremse für die hessische Wirtschaft. Im Kampf dagegen setzten viele Firmen auf mehr Ausbildungsangebote. So sei die Zahl der neu eingestellten Lehrlinge 2007 um 10,5 Prozent gestiegen.

          Ausbildung vernachlässigt

          „In vielen Betrieben wurden Fehler gemacht, oft wurde nur bis zur nächsten Bilanz geplant“, sagte Gräßle. Dabei sei die Ausbildung vernachlässigt worden. Laut der Befragung von 4000 Firmen wollten 54 Prozent der Betriebe künftig mehr ausbilden. „Die Unternehmen stellen nicht mehr so hohe Anforderungen an ihre Bewerber“, sagte Gräßle. Zudem habe sich das Bildungsniveau der Schulabgänger verbessert.

          Während sich der Fachkräftemangel in Nordhessen vor allem in der mittelständischen Industrie zeige, klagten in Südhessen viele Dienstleister über zu wenig qualifizierte Mitarbeiter. Frankfurts IHK-Chef Rainer Behrend wies darauf hin, dass in allen Branchen Angestellte mit kaufmännischen Kenntnissen fehlten. Auch bundesweit sei der Fachkräftemangel ein Thema. „In Bayern und Baden-Württemberg sieht es noch schlimmer aus“, sagte Gräßle.

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