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Homeoffice gegen die Pandemie : Nur Symbolpolitik

Im Homeoffice: Wenige Fenster eines Frankfurter Büros sind erleuchtet. Bild: Lucas Bäuml

Die Corona-Verordnung, nach der verstärkt im Homeoffice gearbeitet werden soll, ist nur Symbolpolitik. Denn: Die Vorgabe setzt auf Freiwilligkeit. Dass die öffentliche Hand hier nicht mit gutem Beispiel vorangeht, ist paradox.

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          Die Grundregel der Pandemie lautet, Kontakte zu reduzieren. Dass trotzdem seit Monaten tagtäglich Tausende zur Arbeit fahren, in Großraumbüros und Konferenzräumen sitzen, während Frisöre, Restaurants, Hotels und Geschäfte geschlossen sind, ist schwer zu ertragen. Dennoch: Die Verordnung aus dem Bundesarbeitsministerium, wonach Unternehmen noch mehr auf die Umsetzung von Homeoffice hinwirken sollen, ist vor allem eines – Symbolpolitik.

          Denn in der Realität wird sie nichts ändern, weil die Vorgaben auf die Freiwilligkeit der Beteiligten setzen. Das Problem sind auch weniger die großen Konzerne, die meist schlagkräftige IT-Abteilungen und auch die finanziellen Mittel hatten und haben, um Mitarbeiter mit der Hard- wie auch der Software auszustatten, die nötig ist, um die Arbeit von zu Hause aus zu verrichten. Viel schwieriger ist das häufig bei kleinen und mittelgroßen Betrieben, denen diese Infrastruktur noch immer nicht zur Verfügung steht. Ein verantwortungsbewusster Unternehmer steht dort vor der Wahl, seinem Betrieb potentiell zu schaden oder die Empfehlungen zu den eigenen Gunsten auszulegen. Offiziell heißt es aus fast allen Unternehmen, dass sie die Möglichkeiten, Mitarbeiter in das heimische Büro zu schicken, schon ausgereizt haben. Ein Blick in Busse und Bahnen oder auch in Bürotürme lässt jedoch anderes vermuten; Umfragen bestätigen diesen Eindruck.

          Nicht mit gutem Beispiel voran

          Die Lösung der Politik, nun primär auf Appelle zu setzen, wirkt vor diesem Hintergrund etwas hilflos. Entweder erkennt man die Notwendigkeit an, dass das Arbeitsleben in den Büros wie in den vergangenen Monaten weitergeht, mit allen Konsequenzen für das Infektionsgeschehen, oder aber man setzt klarere Grenzen, wobei in diesem Fall wahrscheinlich weitere finanzielle Hilfen des Staates nötig wären, um die Wirtschaft zu stützen. Um diese Abwägung sind Politiker nicht zu beneiden, keine Frage.

          So aber liegt es in der Hand der Unternehmer und Manager: Es gilt angesichts des Infektionsgeschehens abermals auszuloten, wie sich die Arbeit zugunsten der Eindämmung der Pandemie optimal organisieren lässt. Das gilt nicht nur für Führungskräfte in der Wirtschaft. Auch und gerade im öffentlichen Dienst scheint es noch Potential zu geben, mehr Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Dass die öffentliche Hand hier nicht mit gutem Beispiel vorangeht, ist paradox.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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