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Hofheim : Woolworth und Imbissketten im Chinon Center

  • -Aktualisiert am

Typisch Woolworth: Wie in anderen Filialen soll es künftig auch im Hofheimer Chinon Center aussehen. Bild: Foto: Woolworth GmbH

Das Einkaufszentrum in der Hofheimer Innenstadt wandelt sich. Kritiker befürchten, dass künftig Müll in der Stadt herumliegt.

          In der Einkaufsstadt Hofheim stehen die Zeichen auf Veränderung, was in der Kreisstadt keine ungeteilte Freude auslöst. Denn im Chinon Center zieht der Textilladen StreetOne/CBR Fashion aus, und dafür ziehen die Franchise-Imbissketten Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut Express ein. Einen nahtlosen Übergang in der Vermietung wird es zum Monatsende laut Center-Manager Uwe Lippold auch bei der 1300 Quadratmeter großen Ladenfläche im Erdgeschoss geben: Das Textilunternehmen C&A weicht einem Woolworth-Aktions-Kaufhaus, das noch in diesem Jahr eröffnen werden soll.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Unterdessen wird sich die Wiedereröffnung des Edeka-Marktes im Untergeschoss aufgrund von Verzögerungen bei den Bauarbeiten bis Mitte Oktober hinausschieben. Der parallel auf Bio- und Reformprodukte umgestellte Buch-Lebensmittelmarkt Am Untertor bietet den Hofheimern derzeit für den Alltagseinkauf keinen ausreichenden Ersatz. Den Unmut mancher alteingesessenen Kunden wegen der neuen Angebotspalette bestätigte Lebensmittelhändler Marcus Buch. Doch neue Kunden seien hinzugekommen, das neue Konzept gehe auf.

          Imbissketten stehen in der Pflicht

          Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) wertete die Neuvermietungen im Chinon Center positiv. Sie erhalte seit dem Bekanntwerden der neuen Mieter durchweg begeisterte Rückmeldungen zu dem geplanten Angebot. Insbesondere jüngere Bürger und Tausende von Schülern aus den angrenzenden Schulen, für die es bisher keine Schnellimbisskette in Hofheim gebe, freuten sich außerordentlich, sagte sie.

          Dagegen sieht sich Ingrid Schulz, Sprecherin der Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt, in ihren düstersten Befürchtungen bestätigt: Es passiere nun das, was die Bürgerinitiative immer vorausgesagt habe: der Abschied vom qualitätsvollen Angebot. Solche Center seien nicht erfolgreich, mit Fast-Food komme auch der Dreck in die Innenstadt, befürchte sie. Sie sehe im Geist schon an allen Ecken der Innenstadt weggeworfene Pizzakartons und leere Hühnchen-Tüten herumliegen. „Ich fühle mich mit allen Ängsten bestätigt, aber ich freue mich nicht darüber, recht zu behalten“, so Schulz. Unterdessen saßen der Franchise-Unternehmer, der Center-Manager und die drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder Stang, der Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) und Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) schon zusammen, berichtete Lippold. Eines der wichtigsten Themen sei die Sauberkeit rund ums Center gewesen, die erhalten bleiben müsse. Lippold jedoch rechnet mit einer Belebung des Chinonplatzes, denn die beiden Imbissketten böten eine gute Ergänzung zum Kino. Stang teilte diese Einschätzung: Alle Partner hätten zudem ein gemeinsames hohes Interesse daran, unschönen Ecken mit Unrat entgegenzuwirken.

          Die Imbissketten wüssten, dass sie hier in der Pflicht stünden, hob sie hervor. Da Woolworth in Hofheim ein neues Konzept verwirklichen werde, heiße sie auch diese Neuansiedlung gut, sagte Stang. Leider sei C&A „bedauerlich lieblos geführt worden“. Die Filiale habe nie auf die Potentiale in der Kreisstadt reagiert. Woolworth, Verbrauchern bekannt durch Wühltische und niedrigstes Preisniveau, wird laut Unternehmenssprecherin Diana Peisert in Hofheim die Filiale mit modernen Präsentationsmöbeln in Holzoptik und dunklen Metallen ausstatten. Die Wände würden in warmen Erdfarbtönen gestrichen, die Böden mit einer PVC-Planke in Holzoptik belegt. Eine präsente Abteilungsbeschilderung diene der Orientierung im Kaufhaus. Unterstrichen werde dieses „angenehme und hochwertige Erscheinungsbild“ von einer nachhaltigen LED-Beleuchtung.

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          Das Woolworth-Sortiment sei sehr vielfältig und umfasse sämtliche Artikel des täglichen Bedarfs. Geboten würden Wolle und Kurzwaren, Dekorationsartikel, Elektronik, Schreib-, Haushalts- und Spielwaren, Kosmetik und Drogerieartikel, Accessoires, Geschenkartikel, Heimtextilien, Tierzubehör, Bekleidung für Damen, Herren und Kinder. Eigenmarken würden um Markenprodukte zu günstigen Aktionspreisen ergänzt.

          Derzeit betreibt Woolworth laut Peisert mehr als 320 Standorte in Deutschland. Mittelfristig sollen im gesamten Bundesgebiet 500 Filialen eröffnet werden. Mit Hofheim wolle das Unternehmen eine geographische Lücke schließen, die Stadt und das Center passten genau in das Anforderungsprofil, sagte sie und kündigte die intensive Suche nach einem Standort für eine weitere Filiale in Bad Homburg an.

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