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Mit Druckluftwaffe : Schüsse auf Flüchtlingsheim im Taunus

  • Aktualisiert am

Feste Unterkunft: Ein Wohncontainer in Frankfurt-Preungesheim. Bild: dpa

Die Bewohner schliefen, als es in der Nacht neun Mal knallte: Die Unterkunft für Asylbewerber in Hofheim ist mit einer Druckluftwaffe beschossen worden. 

          Als die 22 Bewohner in ihren Betten lagen, kamen die Täter. Mit einer Druckluftwaffe schossen Unbekannte in der Nacht zum Samstag neun Mal auf eine Flüchtlingsunterkunft im hessischen Hofheim.

          Sie feuerten auf ein Fenster im ersten Obergeschoss. Doch: Verletzt worden sei niemand, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Und auch das doppelt verglaste Fenster ging nicht zu Bruch.

          Die Geschosse waren ein bis zwei Millimeter große Metallkugeln.

          Die Unterkunft besteht aus mehreren Containern und befindet sich in der Nähe einer Schule. Die Flüchtlinge haben von den nächtlichen Schüssen nichts mitbekommen. Die Polizei war erst am nächsten Mittag von einem Bewohner alarmiert worden.

          Sicherheitsdienst nun vor Ort

          Die Beamten suchten die Umgebung ab und sicherten Spuren wie etwa Fußabdrücke. Außerdem wurden Aufnahmen von in der Nähe angebrachten Videoüberwachungsanlagen ausgewertet. Eine heiße Spur fehlt jedoch noch.

          Nach Angaben des Main-Taunus-Kreises hatten die Bewohner der Unterkunft den Anschlag ruhig aufgenommen. Dennoch ist nun der Schutz für die Flüchtlinge erhöht worden. „Dort ist jetzt ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz“, sagte der Kreis-Sprecher. Dies sei zunächst für das Wochenende geplant, danach werde weitergesehen.

          Der Angriff auf die Unterkunft in der 38.000 Einwohner großen Kreisstadt Hofheim ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Region.

          Im März war in Beselich (Kreis Limburg-Weilburg) ein Gasthaus, das in eine Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden sollte, von einem 58 Jahre alten Mann beschädigt worden. Als Motiv gab er „einen allgemeinen Hass gegen die Menschen und nicht speziell gegen Asylanten“ an.

          Für bundesweites Aufsehen sorgte an Ostern der Brandanschlag auf ein geplantes Asylbewerberheim in Tröglitz in Sachsen-Anhalt. In Hessen hat es im vergangenen Jahr sieben Angriffe, Schmierereien und andere Delikte im Zusammenhang mit Asylunterkünften gegeben - mehr als in den neun Jahren zuvor.

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