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Hoffnung auf Besucheranstieg : Im Opel-Zoo ziehen Geparden ein

Geparden kommen im Zweifelsfall auch mit Schnee klar, wie diese Aufnahme aus einem Gehege in Neuwied zeigt Bild: dpa

Pandabären, Flusspferde und Elefanten leben schon im Opel-Zoo. Auch ein Polarfuchs zählt zu den Bewohnern. Im März kommen neue hinzu: Die Kronberger Institution übernimmt ein Geparden-Pärchen von einem Zoo in Irland.

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          Im Frühjahr werden zwei schnelle Großkatzen in den Opel-Zoo bei Kronberg einziehen: Das Freigehege bekommt zwei Geparde, wie Zoodirektor Thomas Kauffels bekanntgab. Es handele sich um zwei weibliche Tiere, drei und zehn Jahre alt, sie stammten aus einem Zoo in Irland. Die beiden Tiere seien dann die einzigen Geparde im Rhein-Main-Gebiet. Kauffels sagte, für sie habe man ein Gehege nahe der alten Zebraanlage renoviert.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Diese Raubkatzen seien interessant, nicht nur deshalb, weil sie zur schnellsten Säugetierart der Welt gehörten. Auch ihre Entwicklung sei ungewöhnlich, denn sie trügen schon als Jungtiere eine Mähne. Außerdem könnten Geparde nur in den ersten zehn Wochen ihres Lebens ihre Krallen wie andere Katzen ausfahren. Danach verlören sie diese Fähigkeit, ihre Pfoten ähnelten dann denen von Hunden ohne bewegliche Krallen. Der Opel-Zoo habe bisher gar keine Großkatzen, deswegen seien die beiden Tiere besonders willkommen als Ergänzung des Tierbestands. Zurzeit lebten in dem Freigehege zwischen Kronberg und Königstein 1.471 Tiere aus 204 Arten.

          Elefanten auf Sand

          Die Hauptattraktion des Opel-Zoos sind bisher die Elefanten, die einzigen in Hessen. Für sie plane man einen neuen Stall mit Freigehege, sagte Gregor von Opel, Vorstand der Stiftung, die seit 2007 den Zoo trägt. Die Anlage werde fast 13 Millionen Euro kosten. Für diese Ausgabe spare der Zoo und sammle Spenden, andere größere Investitionen seine deshalb nicht möglich. Wie Kauffels erläuterte, sind die Pläne so weit fertig, dass in Kürze die Baugenehmigung beantragt werden kann. Wenn sie vorliege, sei es noch leichter, Spenden für das Elefantenhaus zu erhalten. Zurzeit leben drei Elefantenkühe im Opel-Zoo, Aruba, Wankie und Zimba. Ein Bulle darf nach den Worten des Direktors nicht angeschafft werden, weil das alte Gehege als nicht mehr artgerecht eingestuft wird.

          Gleiches gilt für die Elefanten im Opel-Zoo - hier eines der drei weiblichen Tiere in Kronberg
          Gleiches gilt für die Elefanten im Opel-Zoo - hier eines der drei weiblichen Tiere in Kronberg : Bild: dpa

          In dem neuen Stall dagegen stünden 500 Quadratmeter Lauffläche zur Verfügung. Die Tiere bewegten sich dort nicht auf Beton, sondern auf einem Sandboden. Elefanten könnten auf Sand bequemer laufen und empfänden ihn als so angenehm, dass sie sich zum Schlafen hinlegten. Draußen hätten die Dickhäuter Auslauf auf mehr als 5.000 Quadratmetern, 1.000 davon ließen sich für einen Bullen abtrennen.

          „Zoo-Rallye“

          Um für das Vorhaben zu werben, werde man im Frühsommer Musiker in den Zoo holen. In einem Zelt seien von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. Juni, vier Benefizkonzerte der Kronberg-Academy in Zusammenarbeit mit der Gidon-Kremer-Stiftung vorgesehen. Im Herbst werde der 50. Geburtstag des ältesten Zootiers, des Flusspferds Tana, begangen. Zu einer Feier am Samstag, 4. September, seien Paten, Freunde und Förderer des Freigeheges eingeladen.

          Mit den Besucherzahlen des vergangenen Jahres könne der Zoo sehr zufrieden sein, berichtete Gregor von Opel. Das Jahr 2009 sei das zweitbeste seit Bestehen des Freigeheges, es seien 626.000 Besucher gekommen. Nur im Jahr 2008 habe der Opel-Zoo noch mehr Gäste gezählt. Lediglich bei der Zahl der Jahreskarten sei ein Rückgang zu beobachten. Im Jahr 2009 seien rund ein Zehntel weniger Führungen gebucht worden. Dafür fänden unterhaltsame Aktionen für Kinder und Jugendliche wie die „Zoo-Rallye“ immer mehr Anklang. Ein Erfolg sei auch der 2009 gegründete „Jugendclub“ für Kinder im Grundschulalter, die sich einmal im Monat samstags im Zoo träfen.

          Seltene Tiere gezüchtet

          Im vergangenen Jahr sei es dem Opel-Zoo gelungen, seltene Tiere zu züchten. Bei den Elchen seien Zwillinge geboren worden. In dem 2006 in Betrieb genommenen Savannengehege lebten erstmals junge Giraffen. Bei den Mesopotamischen Damhirschen seien neun Kälber aufgezogen worden. Jungtiere habe der Opel-Zoo an andere Tiergärten in Berlin, Chemnitz und Karlsruhe abgegeben. Aus der Nachzucht der Nerze und der Europäischen Wildkatzen seien Tiere ausgewildert worden. Nerze aus Kronberg verstärkten nun die freilebende Population dieser Art im Saarland. Im Opel-Zoo geborene Wildkatzen seien im Spessart freigelassen worden.

          Nach Kauffels' Worten arbeiten im Opel-Zoo 86 Menschen, 38 davon im Restaurant „Lodge“, außerdem bis zu 30 Saisonkräfte in den Imbisslokalen im Freigehege.

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