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Bürger-Meinung gefragt : Freie Fahrt für Radfahrer

Freifahrt: Das soll künftig vermehrt im Hochtaunus gelten, so wie es etwa in Frankfurt oder Gießen schon der Fall ist Bild: dpa

Wie soll das Radwegenetz im Hochtaunus aussehen? 700 Bürger haben 1600 Vorschläge eingereicht. Nun steht der Entwurf – und der Kreis bittet Bürger um Kommentare dazu.

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          Auf den ersten Blick sieht man auf der Landkarte nur ein buntes Knäuel, in dem am ehesten die vielen weißen Punkte mit rotem Kreis auffallen. Sie sind leicht als „Durchfahrt verboten“-Schilder zu deuten. Beim Vergrößern des Kartenausschnitts werden weitere Symbole sowie blaue und rote Wege sichtbar, die zum Teil mit grünem Rand oder mit roten, blauen und grauen Streifen versehen sind.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Es handelt sich um den Entwurf des Radverkehrskonzepts für den Hochtaunuskreis, für das jetzt die zweite Bürgerbeteiligung begonnen hat. Hatte das damit beauftragte Büro zum Start vor einem Jahr Vorschläge für Verbindungen zwischen den 13 Städten und Gemeinden sowie in die angrenzenden Kreise gesammelt, geht es jetzt bis Mitte Oktober um deren Bewertung, um eine Rangfolge festzulegen.

          Bürger-Meinung gefragt

          Bis zum 17. Oktober können Bürger unter der Internetadresse https:// radverkehrskonzept-hochtaunuskreis.de die einzelnen Vorschläge kommentieren und auf nach oben oder unten gerichtete Daumen klicken. Damit sollen die einzelnen Vorhaben nach Dringlichkeit gewichtet werden. An der Erarbeitung des Konzepts hatten sich 700 Bürger beteiligt und 1600 Vorschläge eingereicht. Was zusammengekommen ist, lässt sich jetzt erstmals auf der interaktiven Karte ansehen.

          Die Verbotsschilder markieren Stellen, an denen bisher die Weiterfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten ist und die für Fahrräder freigegeben werden sollten. Andere Symbole stehen für Bordsteinkanten, die abgesenkt werden sollten, oder fehlende Orientierungshilfen. Gelbe Felder mit Ausrufezeichen weisen auf „Sonstiges“ hin, etwa eine Litfaßsäule, die auf dem Radweg steht.

          Die Mitarbeiter des Planungsbüros haben die Meldungen überprüft und deswegen 1200 Kilometer abgeradelt. Einbezogen wurden auch die Pläne für den Radschnellweg im Vordertaunus und die beim Stadtradeln 2020 gesammelten Daten. Nach Abstimmung mit dem Fahrradclub ADFC, Forst- und Landwirtschaft sowie den Nachbarkreisen ist ein 85 Kilometer langes Netz für den Alltagsradverkehr entstanden.

          Straßenraum neu geordnet

          An vielen Punkten dokumentieren Fotos die jeweilige Verkehrssituation. Auch eine kurze Beschreibung ist beim Klicken auf den jeweiligen Vorschlag zu sehen. Die farbliche Markierung bestimmter Strecken zeigt an, wo es teuer wird, weil Radwege verbreitert, der Straßenraum neu geordnet oder Verbindungen für Radfahrer überhaupt neu angelegt werden müssen. Das gilt zum Beispiel zwischen Usingen, Merzhausen und Altweilnau jenseits des Taunuskamms, aber auch zwischen Königstein und Kelkheim-Ruppertshain. Das fertige Radverkehrskonzept für den Hochtaunuskreis soll nach Angaben der Kreisverwaltung im Dezember vorgelegt werden.

           

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