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„Hochheimer Herbst“ : 1000 Besucher dürfen mit Maske bummeln

Für den Herbstmarkt gelten strenge Corona-Vorschriften. Bild: dpa

Der „Hochheimer Herbst“ wird nach Angaben der Stadt auch unter strengeren Corona-Vorgaben stattfinden. Verkäufer sollen auch in diesem Jahr ihre Waren anbieten können.

          3 Min.

          Für den flüchtigen Zuhörer sind die Städte Hofheim und Hochheim im Main-Taunus-Kreis leicht zu verwechseln. Doch die Kreisstadt am Kapellenberg und die Wein- und Sektstadt am Main haben historisch und geographisch einen völlig verschiedenen Charakter. In dieser Woche haben sie auch zwei unterschiedliche Entscheidungen gefällt, was Veranstaltungen in Zeiten der Corona-Pandemie betrifft.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Seit Dienstag gelten im Kreis strengere Regeln, weil die Sieben-Tage-Inzidenz am Wochenende über 50 gestiegen war. Hofheim hat daraufhin den „kleinen Gallusmarkt“ abgesagt, weil sich die auf 250 gleichzeitige Besucher ausgelegte Veranstaltung mit nur 100 erlaubten nicht lohne. Die Weinstadt hingegen hält am „Hochheimer Herbst“ fest. Denn auf dem dabei geplanten Krammarkt sind erstaunlicherweise bis zu 1000 Besucher gleichzeitig zulässig.

          Beide Städte müssen in diesem Jahr auf ihre traditionellen Volksfeste verzichten, den Hofheimer Gallusmarkt und den Hochheimer Markt. Letzterer ist mit bis zu 500.000 Besuchern allerdings viel größer als das Hofheimer Pendant. Das gilt auch für das innerstädtische Festgelände am Weiher. Dort besteht der nun geplante „Hochheimer Herbst“ eigentlich aus drei Angeboten. Sie liegen zwar nebeneinander, werden jedoch mit Zäunen voneinander abgegrenzt sein und über getrennt kontrollierte Zugänge verfügen, wie ein Sprecher der Stadt erläuterte.

          Einlasskontrolle am Krammarkt

          An einem Teil mit Essensständen dürften sich nach den verschärften Regeln nur 100 Personen zur selben Zeit versorgen. Auch am von den Hochheimer Winzern betriebenen Weinprobierstand gelte diese Beschränkung. Ein Sonderfall ist nach Angaben des Sprechers jedoch der Krammarkt. Für die 50 Stände seien Händler ausgewählt und teils ausgelost worden, die auch sonst auf dem Hochheimer Markt ihre Waren anböten. Dort soll es Socken und Werkzeug zu kaufen geben, Blumenzwiebeln, Käse und Lammfelldecken. Damit gelte er als „Spezialmarkt“, der nicht unter die Regeln für Veranstaltungen falle. Ursprünglich seien bis zu 1400 Besucher gleichzeitig vorgesehen gewesen. Nach der seit Dienstag geltenden Verschärfung sei die Zahl in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt auf 1000 reduziert worden, sagte der Sprecher. Der Magistrat habe dann beschlossen, den „Hochheimer Herbst“ abzuhalten.

          Wie der Main-Taunus-Kreis auf Anfrage mitteilte, wird der Krammarkt nach der Verordnung des Landes ähnlich wie Wochen- oder Flohmärkte behandelt. Sie schreibe bestimmte Hygieneregeln vor. Die Märkte fielen aber nicht unter die vom Kreis erlassenen Vorgaben für Veranstaltungen und müssten auch nicht vom Gesundheitsamt genehmigt werden.

          Anders als bei einem Wochenmarkt sieht das Konzept der Stadt für den Krammarkt vor, den Einlass zu kontrollieren. Die Besucher werden mit Schildern in einem Einbahnsystem an den Verkaufsständen vorbeigelotst und am Ausgang wieder gezählt. Außerdem müssen sie durchgängig einen Mund-Nasen-Schutz tragen und natürlich Abstand halten. Im Unterschied zum abgetrennten Teil mit den Essensständen müssen sie ihre Adresse beim Besuch des Krammarkts nicht hinterlegen.

          Händler sollen verkaufen können

          Hatten auf dem Hofheimer Kellereiplatz die Schausteller schon mit dem Aufbau ihrer Fahrgeschäfte begonnen, wird es solche Angebote bis auf ein kleines Kinderkarussell in Hochheim nicht geben, wie Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) sagte. „Ein Rummelplatz wäre des Guten zu viel.“ Um keine falschen Vorstellungen bei den Besuchern zu wecken, habe man den „Hochheimer Herbst“ bewusst nicht auf Anfang November gelegt, den traditionellen Termin des Hochheimer Markts.

          Die 50 Verkaufsstände verteilten sich auf einem Fußballplatz, und auf dem 7000 Quadratmeter großen Festgelände sei genügend Platz für die jetzt geplanten Angebote. „Wir brauchen nur Unmengen von Bauzaun.“ Hier wie da war die Absicht, den Händlern eine Gelegenheit zu geben, in diesem Jahr einmal etwas zu verkaufen. „Das Angebot richtet sich vor allem an Hochheimer Besucher“, sagte Westedt.

          Bisher seien den Winzern Hoffeste mit bis zu 250 Besuchern möglich gewesen. „Mit dem Format haben wir gute Erfahrungen gemacht.“ Diese Zahl galt auch für den Weinprobierstand, der seit dem Sommer wieder geöffnet ist. Nun dürfen es nur 100 Besucher sein. „Damit sind wir am Anfang auch gestartet, bevor wir auf 250 hochgehen durften“, sagte Pia Rosenkranz vom Rebenhof als Sprecherin der Probierstandbetreiber. Inzwischen kämen ohnehin etwas weniger Gäste als an den warmen Sommerabenden. „Aber wir machen auch mit der Beschränkung auf 100 weiter“, sagte Rosenkranz. Der Probierstand sei nicht nur wichtig, um die Weine zu präsentieren. „Er ist und war das Herz von Hochheim.“

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