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Heute in Rhein-Main : Abstandsregeln für das Weihnachtsfest

Besinnliche Lichter in ungewissen Zeiten: Auf der Frankfurter Berger Straße kommt auch in Corona-Zeiten etwas Weihnachtsstimmung auf. Bild: Frank Rumpenhorst

Hessen diskutiert darüber, wie trotz hoher Infektionsraten ein Weihnachtsfest ermöglicht werden kann. Im Dannenröder Forst sind die Fronten weiterhin verhärtet. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

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          Guten Abend,
          vorweihnachtlich harmonisch ging es am Mittwochnachmittag im Kanzleramt und an den Monitoren in den Staatskanzleien wohl kaum zu. Es wurde eher mit harten Bandagen darum gerungen, wie sich die Deutschen trotz der Pandemie und der weiterhin hohen Infektionsrate ein halbwegs besinnliches Fest ermöglichen können - indem sie an den Tagen bis dahin  weiterhin auf Distanz bleiben, lautet die wenig überraschende Formel. Die für Hessen bedeutsamsten Fragen waren, ob bundesweit eine allgemeine Maskenpflicht und Wechselunterricht an den Schulen eingeführt werden soll (was der Kultusminister tunlichst vermeiden will), wie viele Kunden in der Adventszeit in die Läden dürfen (soll auf die Größe der Geschäfte ankommen) und wie rauschend die Silvesterparty ausfallen kann (Böller auf öffentlichen Plätzen könnten verboten werden). Vor allem die „Corona-Hotspots“  (welch schreckliches Wort!) wie Frankfurt und Offenbach müssen voraussichtlich ihren Bürgern noch engere Fesseln anlegen.

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          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Ob die Tannen, die  im Dannenröder Forst für den Weiterbau der Autobahn 49 fallen, als Weihnachtsbäume zu gebrauchen gewesen wären, hat sich noch niemand überlegt. Aber im mittelhessischen Wald ist die Lage immer noch zu ernst und aggressionsgeladen für solche ketzerischen Gedankenspielchen. Man darf inzwischen froh über jeden Tag sein, an dem nichts Schlimmes passiert. Die Waldbesetzer feuerten dafür eine verbale Breitseite gegen die Polizei: Deren Vorgehen beim Beseitigen von Protestcamps und Baumhäusern gefährde Gesundheit und Leben von Gegnern des Weiterbaus der A49, sei aber auch für die Beamten selbst riskant. Die Staatsanwaltschaft sieht Letzteres etwas anders: Sie hat Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gegen bisher noch unbekannte Aktivisten eingeleitet. Am Montag war ein Hochgerüst in Richtung einer Gruppe von Beamten gestürzt, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz gießt derweil Öl ins Feuer und behauptet, Hessens Verkehrsminister, der Grünen-Politik Tarek Al-Wazir, hätte den Weiterbau der Autobahn stoppen können, ja müssen. Wie fragwürdig diese Ansicht ist, dazu ein Kommentar.

          Um Gewalt, aber friedlich thematisiert ging es am Donnerstag auch am Frankfurter Mainufer. Was Frauen und Mädchen in Familien, Beziehungen, aber auch im öffentlichen Raum widerfahren kann, darauf soll der Internationale Tag aufmerksam machen. Frankfurts Dezernentin Rosemarie Heilig sprach vor etwa 300 Frauen (und einigen Männern) aus, was längst selbstverständlich sein müsste, aber längst nicht ist:  Es dürfe keine Toleranz geben bei körperlichen Übergriffen und Sexismus. „Wir fordern auf hinzuschauen.“ Und immer müsse die Regel gelten: „Wer schlägt, der geht.“

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          Und außerdem kommt vom Offenbacher Großvorhaben „Bebauung des Kaiserlei“ die gute Nachricht, dass es weitergeht, wenn auch langsamer als geplant. Schlecht ist, dass die Nassauische Heimstätte, die für bezahlbaren Wohnraum in dem Projekt stand, sich davon verabschiedet hat +++  will die Landesregierung die Verordnung zum Mieterschutz von 31 auf 49 Kommunen ausweiten +++ hat die Arbeiterwohlfahrt in Wiesbaden die Insolvenz nicht abwenden können.

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          Ihr Helmut Schwan

          Das Wetter für Donnerstag

          In der Nacht zum Donnerstag ist laut Wettervorhersage in der Region mit leichtem Frost zu rechnen. Ansonsten das gewohnte Bild: Die Sonne wird Stunden brauchen, den Hochnebel zu durchdringen. Wenn sie das geschafft hat, steigt die Temperatur bis auf 10 Grad. Für den Abend ist gebietsweise leichter Regen angesagt.

          Geburtstag haben am Donnerstag

          Bergit Gräfin Douglas, Inhaberin der Frankfurter Firma MM Design, Vorstandsvorsitzende der Binding-Kulturstiftung (74); Manfred Görig (SPD), Landrat des Vogelsbergkreises (61); León Krempel, Geschäftsführender Direktor der Kunsthalle Darmstadt (54); Gisela Stang (SPD), Vorsitzende des Vereins "Rhein.Main.Fair", frühere Bürgermeisterin der Stadt Hofheim (51).

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