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Hessischer Rundfunk : Birgit Prinz und die Kernspaltung beim Hessenquiz

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Unter allen ARD-Anstalten liegt der Hessische Rundfunk weit hinten. Marktanteil: 5,8 Prozent. Marktführer MDR bringt es auf 9,4, der zweitplazierte NDR immerhin noch auf 8,6 Prozent. Der Sender aus dem ...

          Unter allen ARD-Anstalten liegt der Hessische Rundfunk weit hinten. Marktanteil: 5,8 Prozent. Marktführer MDR bringt es auf 9,4, der zweitplazierte NDR immerhin noch auf 8,6 Prozent. Der Sender aus dem Norden hat aber auch die NDR-Quizshow vorzuweisen, in der fünf Kandidaten zeigen, was sie über ihre Heimat wissen. Dieses Quiz erreicht zweistellige Einschaltquoten, was die Hessen so neidisch gemacht hat, daß sie jetzt auch eine Quizshow produzieren. Sie heißt, was niemanden verwundert: Hessenquiz. Intendant Helmut Reitze stellt die Sache so dar, als helfe sein Haus mit dem Ratespiel einer schrecklichen Mangelerkrankung ab: "Endlich haben auch die hessischen Zuschauer die Möglichkeit, ihr Wissen über das eigene Land in unterhaltsamer Form zu testen." In Wirklichkeit hat das Quiz für den Sender einen beachtlichen Vorteil: Solche Sendungen lassen sich vergleichsweise preiswert produzieren.

          Schon übermorgen wird der Auftakt gesendet. Um 20.15 Uhr treten dann vier Prominente gegeneinander an: Petra Roth (Politik), Bodo Bach (Komik), Horst Janson (Schauspiel) und Dunja Rajter (Sangeskunst). Danach geht es immer wieder sonntags zur besten Einschaltzeit dem "Tatort" an den Kragen: Zunächst vier Kandidaten aus dem Volke beantworten Fragen des Moderators Jörg Bombach. Der ist als Wellenchef von HR3 eigentlich ein Radiomann, soll aber Ende der achtziger Jahre schon einmal Fernsehen gemacht haben, nämlich "Tipp den Trend". Außerdem ist er nach Einschätzung der Pressestelle "volksnah und fundiert".

          In dieser schönen Kombination wird Bombach seinen Kandidaten Fragen zu den Themenfeldern "Vergißmeinnicht" (Wann war der erste Hessentag?), "Markt und Macher" (für welche Entdeckung wurde Otto Hahn mit dem Nobelpreis ausgezeichnet?), "Klatsch und Leute" (was für ein Angebot erhielt Birgit Prinz im Jahr 2003?) und "Stadt/Land/Fluß" (welche Ehre galt 2004 dem Kasseler Rathaus?) befragen. Dies ist natürlich ziemlich knifflig, aber die Ratekandidaten bekommen ein Multiple-Choice-Lösungsangebot, so daß niemand antworten muß, Birgit Prinz habe die Kernspaltung entdeckt oder der erste Hessentag sei 1961 in Alsfeld von Otto Hahn eröffnet worden. Außerdem dürfen die Kandidaten einen Publikumsjoker einsetzen und den Risikojoker ziehen, mit dem sie die gestellte Aufgabe für sich alleine reservieren. Offensichlich glaubt der Hessische Rundfunk an einen Erfolg: Zunächst sind 20 Folgen geplant. (lüc.)

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