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Hessischer Hochschulpakt : Gut für Lehre und Forschung

  • -Aktualisiert am

Angela Dorn (Bündnis 90/ Die Grünen), Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Bild: dpa

Dorn ist eine der Gewinnerinnen des Verhandlungsmarathons, in dem die Hochschulfinanzierung für die Jahre 2021 bis 2025 festgelegt wurde. Hauptprofiteure der Vereinbarung sind jedoch die Hochschulen selbst.

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          Es macht gewiss mehr Spaß, Filmfestivals zu eröffnen, als Journalisten so sperrige Begriffe wie Clusterpreis und leistungsorientierte Mittelzuweisung zu erklären. Angela Dorn weiß aber auch diesem Teil ihres Jobs etwas abzugewinnen: Souverän und ohne Unterstützung eines Abteilungsleiters erläuterte die Ministerin für Wissenschaft und Kunst in einem Hintergrundgespräch den neuen Hochschulpakt.

          Dorn ist eine der Gewinnerinnen des Verhandlungsmarathons, in dem die Hochschulfinanzierung für die Jahre 2021 bis 2025 festgelegt wurde. Durch ihre offenbar ebenso konstruktive wie stringente Moderation ist es der Grünen-Politikerin gelungen, den Zeitrahmen für die Paktgespräche einzuhalten und öffentliche Konflikte mit den Unipräsidien zu vermeiden.

          Hauptprofiteure der Vereinbarung

          Hauptprofiteure der Vereinbarung sind jedoch die Hochschulen selbst. Mag die TU Darmstadt eine Geringschätzung der Ingenieurwissenschaften monieren, mögen die Asten über mangelnde Mitbestimmung klagen: Insgesamt wird der Pakt Lehre und Forschung in Hessen guttun. Lobenswert ist die Absicht, die miserable Betreuungsrelation zu verbessern, erfreulich die Anerkennung des Grundsatzes, dass für Daueraufgaben Dauerstellen gebraucht werden – man wird sehen, wie diesem Prinzip in der Praxis Geltung verschafft wird.

          In der Freude über das 11,2-Milliarden-Budget schwingt allerdings das Wissen mit, dass dieses Verhandlungsergebnis unter ökonomischen Schönwetterbedingungen erzielt wurde. Bleibt zu hoffen, dass die Schlussformel des Pakts, wonach die Hochschulen während dessen Laufzeit „von Konsolidierungsbeiträgen freigestellt“ bleiben, auch in der Post-Corona-Phase gelten wird.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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