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Hessische Bistümer : Neuer Bischof und bald weniger Pfarreien

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Im Schatten des Doms: Im Bistum Limburg ist fünf Jahre nach dem Skandal um Bischof Tebartz-van Elst Ruhe eingekehrt. Bild: dpa

Im neuen Jahr soll die Zahl der Pfarreien in Hessen sinken. Doch auch viele weitere Veränderungen stehen in den Bistümern an. Auch der Missbrauchsskandal spielt dabei weiter eine Rolle.

          Die Augen vieler Katholiken richten sich im nächsten Jahr nach Fulda: Dort wird mit großer Spannung die Amtseinführung des neuen Bischofs erwartet. Im Bistum Limburg ist der „Neue“ schon fast der „Alte“: Bischof Georg Bätzing ist dort im dritten Jahr im Amt. In der Diözese jährt sich 2019 die Abberufung seines Vorgängers Franz-Peter Tebartz-van Elst zum fünften Mal. Eines verbindet jedoch die Bistümer in Hessen, zu denen auch das Bistum Mainz gehört: Sie planen strukturelle Veränderungen. Auch die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche dauert an.

          Für das Bistum Fulda ernannte Papst Franziskus am 13. Dezember Michael Gerber zum neuen Oberhirten. Gerber war bislang Weihbischof im Erzbistum Freiburg. In Fulda wird der Achtundvierzigjährige der jüngste Bischof der katholischen Kirche in Deutschland. Er wird am 31. März im Dom in sein Amt eingeführt.

          Die Neubesetzung wurde nötig wegen des Ruhestands seines Vorgängers Heinz Josef Algermissen. Im September war Algermissen, der 17 Jahre lang an der Spitze des Bistums gestanden hatte, mit einem feierlichen Gottesdienst verabschiedet worden. Weihbischof Karlheinz Diez übernahm vorübergehend die Leitung des Bistums. Bis zum Amtsantritt von Gerber wird er an der Spitze des Bistums bleiben.

          Zahl der Pfarreien soll sich halbieren

          Gerber schrieb in einem offenen Brief an die Gläubigen im Bistum Fulda, er freue sich sehr darauf, die Menschen dort kennenzulernen. „Die kommenden Monate und Jahre werden von vielen Begegnungen mit Ihnen geprägt sein.“ Im neuen Jahr wartet viel Arbeit auf den Bischof in Fulda. Denn im Bistum laufen Umbauprozesse zur Neuorganisation. Sie sollen den Kirchenbezirk fit machen für das Jahr 2030. Dabei geht es angesichts des Rückgangs von Gläubigen zum Beispiel um Zusammenlegungen von Gemeinden und Verwaltungsstrukturen.

          Auch im Bistum Mainz wird an einer Strukturreform gearbeitet. Die Zahl der Pfarreien soll nach bisherigen Planungen bis 2030 mehr als halbiert werden: Sind es derzeit noch 134 Pfarreien, sollen es künftig nur noch rund 60 sein. Das hat Bischof Peter Kohlgraf im September angekündigt. Er sagte aber auch, er wolle über alles in den Gremien des Bistums diskutieren. Seine Vorstellungen seien „noch nicht in Stein gemeißelt“.

          Eine Koordinierungsstelle für das Projekt hat am 1. November ihre Arbeit aufgenommen. Bis zum Sommer 2021 soll ein Konzept erarbeitet werden. Kohlgraf sprach im September von einer „neuen Kultur des Miteinanders“ und zeigte sich offen zu der Frage, ob Laien an der Leitung von Gemeinden beteiligt werden.

          Kirchliches Handeln verändern?

          Im Bistum Limburg schreitet die Umstrukturierung ebenfalls voran, es geht unter anderem um die Zusammenlegung von Pfarreien. Die Kirchenentwicklung werde 2019 das große Thema für das Bistum sein, sagte Bischof Georg Bätzing. Es gehe um Fragen wie: „Für wen sind wir als Kirche da? Wie kommen wir in Kontakt mit Menschen und ihrer konkreten Lebenswelt? Wie können wir unsere Kräfte, Ressourcen, Einrichtungen und unser Personal so ausrichten, dass es möglichst vielen Menschen zugutekommt?“

          Für Bätzing ist dabei klar: Ob Kirchenentwicklung gelingen könne, werde sich besonders daran erweisen, wie mit den Empfehlungen der im Herbst vorgestellten Studie zum Missbrauchsskandal umgegangen werde. „Ich bin sehr dankbar, dass es im Bistum Limburg eine große Bewegung und Bereitschaft gibt, das kirchliche Handeln ernsthaft zu verändern“, sagte er. „Kinder und Jugendliche sollen in der Kirche uneingeschränkt einen Ort finden, an dem sie sicher und behütet heranwachsen.“

          2019 jährt sich die Abberufung von Bätzings Vorgänger Franz-Peter Tebartz-van Elst zum fünften Mal. Er hatte in der Affäre um die Kostenexplosion beim Bau des neuen Bischofssitzes und wegen Kritik an seiner Amtsführung im März 2014 seinen Posten räumen müssen. Die Jahre seien genutzt worden, um Tebartz-van Elsts Amtszeit aufzuarbeiten, teilte ein Bistumssprecher mit. Neues Vertrauen habe wachsen können. Es gebe nun unter anderem ein Gesetz zur diözesanen Vermögensverwaltung, zudem seien die etablierten Beratungswege gestärkt und die Kommunikation auf allen Ebenen verbessert worden.

          Vertrauenskrise nicht mehr so präsent?

          Dem Sprecher zufolge gab es im Oktober, bei der Heiligsprechung von Katharina Kasper in Rom, eine erste Begegnung mit Tebartz-van Elst. Er sei zu den Feierlichkeiten eingeladen worden. Aber: „Eine Aussöhnung oder Versöhnung war dieses Treffen nicht.“ Man habe gemeinsam Gottesdienst gefeiert, gebetet, gefeiert, für die Heiligsprechung gedankt und miteinander gesprochen.

          Aus Sicht von Katholikenvertreterin Ingeborg Schillai ist die durch den Skandal verursachte Vertrauenskrise mittlerweile nicht mehr so präsent. Im Fokus stünden die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, die Kirchenentwicklung und die Planungen für den Ökumenischen Kirchentag 2021 in Frankfurt, sagte Schillai, die Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung ist. Man schaue mit Bischof Bätzing gemeinsam nach vorne.

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