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Hessische Arcandor-Beteiligungen : Neckermann und Hess Natur: Keine negativen Folgen

Arcandor hält 49 Prozent an Neckermann mit Sitz in Frankfurt Bild: DIETER RÜCHEL

Der Frankfurter Versandhändler Neckermann sieht keine negativen Auswirkungen durch die Insolvenz seines Gesellschafters Arcandor. Gleiches gilt für die Arcandor-Tochter Hess Natur in Butzbach. Die Firma sei nicht Teil der Insolvenzmasse, heißt es.

          Der Frankfurter Versandhändler Neckermann sieht nach Angaben eines Sprechers keine negativen Auswirkungen durch die Insolvenz seines Gesellschafters Arcandor. Der Essener Handelskonzern hält 49 Prozent an dem Frankfurter Versender, der unter Neckermann.de GmbH firmiert. 51 Prozent der Anteile sind im Besitz des Finanzinvestors Sun Capital Inc. „Sun trifft auf der Basis seiner Geschäftsanteile die grundlegenden Entscheidungen für die Neckermann-Gruppe“, sagte der Sprecher zu FAZ.NET. Darüber hinaus sehe der gültige Geschäftsplan keine Zahlungen Arcandors an Neckermann vor.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Neckermann war jahrelang eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Arcandor und beschäftigt in Frankfurt 2541. Im November wurde der Verkauf von 51 Prozent der Anteile an Sun Capital bekanntgegeben und im März 2008 diese Transaktion besiegelt. Im vergangenen Jahr setzte der Versandhändler rund 1,3 Milliarden Euro um. Auch für dieses Jahr erwartet er rote Zahlen - 2010 soll dann ein Gewinn herausspringen.

          „Nicht Teil der Insolvenzmasse“

          Beim Butzbacher Ökomode-Versender Hess Natur stehen trotz der Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor keine Arbeitsplätze auf dem Spiel. Denn das Unternehmen sei nicht Teil der Arcandor-Insolvenzmasse, da es weder überschuldet sei noch Liquiditätsprobleme habe, sagte eine Sprecherin des Unternehmens, das zwar eine hundertprozentige Arcandor-Tochter, aber rechtlich eigenständig ist, zu FAZ.NET. Mithin ändere sich für die Mitarbeiter und die Kunden nichts, fügte sie hinzu und bekräftigte eine Aussage von Ende Mai.

          Der „Hess Natur”-Laden in Butzbach

          Die Hess Natur-Textilien GmbH zählt gut 320 Beschäftigte, 270 davon am Stammsitz. Der Versender zählt wie etwa Baby-Walz, Vertbaudet, Bonaparte oder Peter Hahn zur Primondo-Gruppe innerhalb von Arcandor. Er sieht sich in einem Wachstumsmarkt, erwirtschaftet schwarze Zahlen und setzte im vergangenen Geschäftsjahr 58 Millionen Euro um. Dem Vernehmen hat die Otto-Gruppe schon Interesse an Hess Natur.

          Karstadt auf der Zeil: Schlag in die Magengrube

          Im größten Karstadtwarenhaus Hessens hat die Nachricht von der Insolvenz des Unternehmens derweil eine Schockwelle ausgelöst. „Das kam für uns total unerwartet, wir mussten uns auch erst mal vergewissern“, berichtete der Frankfurter Betriebsratsvorsitzende von Karstadt auf der Zeil, Norbert Sachs. Die Unterschriftensammlung zur Rettung des Kaufhauses sei sofort eingestellt worden. Für die Beschäftigten sei die Nachricht „ein Schlag in die Magengrube“ gewesen. „Wir haben doch alles gemacht. Wir haben demonstriert und wir sind mitten in der Nacht nach Berlin gefahren.“ Im Karstadt auf der Zeil arbeiten knapp 900 Menschen.

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