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Verspätungen und Ausfälle : Warnstreiks legen vielerorts Busverkehr in Hessen lahm

  • Aktualisiert am

Eine Hinweistafel in Frankfurt Bild: dpa

Rund 3000 Busfahrer streiken am Freitag für mehr Lohn und mehr Urlaubstage. In ganz Hessen kommt es zu Verspätungen und Ausfällen.

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          Wegen eines Warnstreiks bei den privaten Omnibusunternehmen ist der Busverkehr in Hessen vielerorts am Freitag zum Stillstand gekommen.  Hessenweit beteiligten sich rund 3000
          Busfahrer an dem Ausstand, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. „Es waren noch mehr als das letzte Mal“, teilte Streikleiter Jochen Koppel mit. Demnach blieben in den großen hessischen Städten Hanau, Gießen, Darmstadt, Offenbach, Kassel und Frankfurt die Busse im Depot.

          Bereits mit Beginn der Frühschicht um 3.10 Uhr waren Busfahrer an verschiedenen Standorten im Warnstreik. Den Angaben zufolge fuhren gegen 4 Uhr unter anderem in Offenbach und in Bad Vilbel keine Busse. Ebenso standen Fahrgäste im Landkreis und in der Stadt Fulda, Bad Hersfeld sowie Weiterstadt teils vergeblich an der Bushaltestelle.

          In Offenbach und Frankfurt hatten sich Busfahrer an den Betriebshöfen versammelt und an den Eingangstoren Streik-Fahnen gehisst.  „Die Kollegen sind entschlossen, denn sie fühlen sich verschaukelt“, erklärte Koppel. Von den Arbeitgebern werde nun ein „ernstzunehmendes Angebot“ erwartet. „Wenn sie nicht nachbessern, wird es mit Sicherheit weitere Streiks geben“, mahnte der Streikführer.

          Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände meldete sich am Freitagmittag zu Wort und übte scharfe Kritik „am unverhältnismäßigen Busfahrer-Streik“. Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung, Dirk Pollert, erklärte: „Hessen einen Tag lahmzulegen schadet den auf ÖPNV angewiesenen Pendlern und der Wirtschaft.“ Pollert forderte die Verdi-Vertreter auf, an den Verhandlungstisch mit dem Verband privater Busunternehmen zurückzukehren.

          Verkehrsbetriebe hatten sich angesichts der schwierigen Tarifgespräche bereits auf einen Warnstreik eingestellt. In Frankfurt wurden von 64 Buslinien 57 Verbindungen bestreikt, wie ein Traffiq-Sprecher am Freitag sagte.

          Mit dem Warnstreik will die Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die privaten Busunternehmer hatten zuletzt angeboten, den Stundenlohn bei einer Laufzeit von vier Jahren schrittweise von 13,50 Euro auf 15,10 Euro anzuheben. Das entspricht rund zwölf Prozent mehr Lohn.

          Damit seien die finanziellen Spielräume für realistische Lohnerhöhungen ausgereizt, teilte LHO-Verhandlungsführer Volker Tuchan mit. „Wir sehen es sehr, sehr kritisch, dass Verdi sich überhaupt nicht bewegt“, erklärte Tuchan am Freitag. Die Gewerkschaft fordert eine Anhebung des Stundenlohns auf 16,60 Euro und mehr Urlaubstage.

          Zu einem ersten Warnstreik war es bereits Ende September gekommen. Zehntausende Pendler waren davon betroffen. Der aktuelle Tarifkonflikt betrifft rund 4400 Busfahrer. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. November angesetzt.

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