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Folgen der Corona-Pandemie : Volkshochschulen und Dozenten mit Existenzsorgen

Schwieriger Mindestabstand: die VHS in Oberursel Bild: Marcus Kaufhold

Die Volkshochschulen im Hochtaunuskreis können normalerweise zum größten Teil von den Kursgebühren leben. Das wird ihnen in der Coronazeit zum Verhängnis.

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          Videos und Hörbeispiele kennt mancher noch aus dem Sprachunterricht in der Schule. Von dort ist es zum Online-Englischkurs nicht weit. Aber bei Vorträgen über die Weltsprachen der Antike oder einer Veranstaltung wie „Harry Potter für Erwachsene“ würde man erwarten, dem Dozenten von Angesicht zu Angesicht gegenüberzusitzen. Trotzdem ist die Begegnung auf den Bildschirm beschränkt, denn bei diesen Angeboten aus dem Herbstsemester der Volkshochschule (VHS) Bad Homburg ersetzt das Einwählen über das Internet den Gang in den Vortragssaal. Der Grund ist klar – so besteht keinerlei Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Wie alle anderen Institutionen mussten die Volkshochschulen im März schließen. „Mitte Mai haben wir dann langsam wieder den Betrieb aufgenommen“, sagt Rainer Schmitz, Leiter der Volkshochschule Bad Homburg mit ihren Außenstellen in Friedrichsdorf, Grävenwiesbach, Neu-Anspach, Usingen und Wehrheim. Für das übrige Kreisgebiet ist die in Oberursel ansässige Volkshochschule Hochtaunus zuständig, die Außenstellen für Königstein und Glashütten, Kronberg, Schmitten und Steinbach hat. Beide Volkshochschulen haben sich auf den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen eingestellt. Doch die Folgen gehen über Abstandsregeln und Spender für Desinfektionsmittel an den Türen hinaus.

          Normalerweise würden längst die Programme für das Herbstsemester verteilt. Über die Internetseiten der beiden Volkshochschulen sind sie auch schon abrufbar. Für die VHS Bad Homburg hat Schmitz diesmal jedoch auf eine gedruckte Version verzichtet, auch wenn ihm die Entscheidung nach eigenen Worten schwergefallen ist. „Dazu entwickeln sich die Dinge zu dynamisch.“ Zum Ausgleich sei die Geschäftsstelle in den Ferien geöffnet, und auch telefonisch seien Nachfragen möglich.

          Deutlich geringere Teilnehmerzahl

          Die Volkshochschule Hochtaunus wird zwar noch eine gedruckte Ausgabe herausbringen, wie ihr Leiter Carsten Koehnen sagt. Doch statt vor den Sommerferien werde das Programm erst am 10. August erscheinen, eine kleinere Auflage haben und dünner sein. Bei allem Zwang zum Sparen wolle man Flagge zeigen, begründet Koehnen den Schritt. „Viele Teilnehmer fragen, wann es weitergeht.“ In der Alten Post in Oberursel, wo viele Kurse der VHS Hochtaunus stattfinden, sei der Mindestabstand kaum einzuhalten, sagt Koehnen.

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          In Bad Homburg hat Schmitz die Tische aus den Räumen nehmen und die Stühle auf Abstand stellen lassen. „Dadurch passen 25 bis 30 Prozent weniger Teilnehmer hinein.“ Bei Gesundheitskursen mit „Körperarbeit“ sei es besonders schwierig. „Von den sonst 650 Kursen werden wir wohl zwei Drittel auf die Beine stellen können“, sagt Schmitz. Weniger Veranstaltungen mit jeweils weniger Plätzen bedeuten, dass die sonst üblichen 12.000 Teilnehmer nicht erreicht werden. Für die VHS Oberursel hofft Koehnen, 550 Kurse anbieten zu können. Auch er stellt sich auf eine deutlich geringere Teilnehmerzahl ein.

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