https://www.faz.net/-gzg-a1ny3

Folgen der Corona-Pandemie : Volkshochschulen und Dozenten mit Existenzsorgen

Schwieriger Mindestabstand: die VHS in Oberursel Bild: Marcus Kaufhold

Die Volkshochschulen im Hochtaunuskreis können normalerweise zum größten Teil von den Kursgebühren leben. Das wird ihnen in der Coronazeit zum Verhängnis.

          4 Min.

          Videos und Hörbeispiele kennt mancher noch aus dem Sprachunterricht in der Schule. Von dort ist es zum Online-Englischkurs nicht weit. Aber bei Vorträgen über die Weltsprachen der Antike oder einer Veranstaltung wie „Harry Potter für Erwachsene“ würde man erwarten, dem Dozenten von Angesicht zu Angesicht gegenüberzusitzen. Trotzdem ist die Begegnung auf den Bildschirm beschränkt, denn bei diesen Angeboten aus dem Herbstsemester der Volkshochschule (VHS) Bad Homburg ersetzt das Einwählen über das Internet den Gang in den Vortragssaal. Der Grund ist klar – so besteht keinerlei Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Wie alle anderen Institutionen mussten die Volkshochschulen im März schließen. „Mitte Mai haben wir dann langsam wieder den Betrieb aufgenommen“, sagt Rainer Schmitz, Leiter der Volkshochschule Bad Homburg mit ihren Außenstellen in Friedrichsdorf, Grävenwiesbach, Neu-Anspach, Usingen und Wehrheim. Für das übrige Kreisgebiet ist die in Oberursel ansässige Volkshochschule Hochtaunus zuständig, die Außenstellen für Königstein und Glashütten, Kronberg, Schmitten und Steinbach hat. Beide Volkshochschulen haben sich auf den Unterricht unter Pandemie-Bedingungen eingestellt. Doch die Folgen gehen über Abstandsregeln und Spender für Desinfektionsmittel an den Türen hinaus.

          Normalerweise würden längst die Programme für das Herbstsemester verteilt. Über die Internetseiten der beiden Volkshochschulen sind sie auch schon abrufbar. Für die VHS Bad Homburg hat Schmitz diesmal jedoch auf eine gedruckte Version verzichtet, auch wenn ihm die Entscheidung nach eigenen Worten schwergefallen ist. „Dazu entwickeln sich die Dinge zu dynamisch.“ Zum Ausgleich sei die Geschäftsstelle in den Ferien geöffnet, und auch telefonisch seien Nachfragen möglich.

          Deutlich geringere Teilnehmerzahl

          Die Volkshochschule Hochtaunus wird zwar noch eine gedruckte Ausgabe herausbringen, wie ihr Leiter Carsten Koehnen sagt. Doch statt vor den Sommerferien werde das Programm erst am 10. August erscheinen, eine kleinere Auflage haben und dünner sein. Bei allem Zwang zum Sparen wolle man Flagge zeigen, begründet Koehnen den Schritt. „Viele Teilnehmer fragen, wann es weitergeht.“ In der Alten Post in Oberursel, wo viele Kurse der VHS Hochtaunus stattfinden, sei der Mindestabstand kaum einzuhalten, sagt Koehnen.

          Wissen war nie wertvoller

          Sichern Sie sich mit F+ 30 Tage lang kostenfreien Zugriff zu allen Artikeln auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          In Bad Homburg hat Schmitz die Tische aus den Räumen nehmen und die Stühle auf Abstand stellen lassen. „Dadurch passen 25 bis 30 Prozent weniger Teilnehmer hinein.“ Bei Gesundheitskursen mit „Körperarbeit“ sei es besonders schwierig. „Von den sonst 650 Kursen werden wir wohl zwei Drittel auf die Beine stellen können“, sagt Schmitz. Weniger Veranstaltungen mit jeweils weniger Plätzen bedeuten, dass die sonst üblichen 12.000 Teilnehmer nicht erreicht werden. Für die VHS Oberursel hofft Koehnen, 550 Kurse anbieten zu können. Auch er stellt sich auf eine deutlich geringere Teilnehmerzahl ein.

          Weitere Themen

          Opfer der Trockenheit

          200 Jahre alte Luthereiche : Opfer der Trockenheit

          200 Jahre sind für eine Eiche kein Alter. Doch die Bad Homburger Luthereiche hat die Veränderungen an ihrem Standort nicht überlebt. Sie wurde einst zu einem ungewöhnlichen Jahrestag gepflanzt.

          Wie man um die Ecke schießt Video-Seite öffnen

          Geht doch! : Wie man um die Ecke schießt

          Ecken direkt verwandeln – auf dem Fußballplatz geht das noch vergleichbar einfach. Beim Tipp-Kick braucht es viel Feingefühl. Wir verraten, wie der perfekte Schuss um die Ecke gelingt.

          Topmeldungen

          Joe Biden spricht vergangenen Samstag vor dem Kapitol.

          Keine Mehrheit im Senat : Bidens Klimaschutz-Agenda steht auf der Kippe

          Joe Biden wollte die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten beim globalen Kampf gegen den Klimawandel wieder herstellen. Doch ein Senator mit Verbindungen zur Kohleindustrie könnte schon reichen, um das Projekt scheitern zu lassen.

          Erich von Däniken : Die Außerirdischen sind hier

          Seit sechs Jahrzehnten fahndet Erich von Däniken nach Besuchern aus dem All. Doch bis heute ist ihm kein einziger begegnet. Das macht ihn „himmeltraurig“, lässt ihn aber nicht zweifeln.
          Kathedrale der Datenverarbeitung: Barcelonas Supercomputing Center befindet sich in einer ehemaligen Kirche.

          Serverfarmen in der Stadt : Die Strom-Monster

          Mit der rasanten Digitalisierung werden weltweit mehr Rechenzentren benötigt. Ein aktuell gebautes Data Center verbraucht so viel Strom wie ganz Frankfurt. Geht das gut? Fragen an den Architekten Karsten Spengler.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.