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Landwirtschaft : Weniger Äpfel in Hessen

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Es dürften mehr sein: Trockenheit und Schädlinge beeinträchtigen die Apfelernte in Hessen Bild: dpa

In diesem Jahr hängt in Hessen der Apfel nicht üppig am Baum. Das Frankfurter Nationalgetränk ist aber nicht in Gefahr.

          Trockenheit und Schädlinge setzen in Hessen den Apfelbäumen zu. Die Lage ist regional unterschiedlich, doch insgesamt rechnet der hessische Bauernverband in diesem Jahr mit einer eher durchschnittlichen Ernte. Nach wie vor regne es zu wenig. Auf manchen Streuobstwiesen komme es zudem wegen Schädlingen zu Ertragseinbußen.

          Die hessischen Keltereien rechnen schon jetzt mit einer geringeren Apfelernte für ihre Produktion als im Vorjahr. Der Sommer sei zwar ein wenig feuchter gewesen und auch der jüngste Regen könne den Früchten noch gut tun, sagte der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien, Martin Heil, der Deutschen Presse-Agentur. „Wir werden aber definitiv unter dem Vorjahr liegen.“ Eine Angst vor Engpässen beim Apfelwein müssen die Hessen aber nicht haben. Die Keltereien hätten noch Apfelbestände aus dem vergangenen Jahr.

          Manche Äpfel haben Sonnenbrand

          Beim Tafelobst können die Bauern offensichtlich selbst noch keine genaue Prognose abgeben. „Das ist schwer zu sagen“, erläutert Andreas Stamm, Vorstandsmitglied bei der Vereinigung der Hessischen Direktvermarkter. Die Wetterereignisse seien teils sehr unterschiedlich gewesen. Auf einigen Höfen habe der Hagel eingeschlagen, er selbst habe auf seinem Hof im Taunus Wasse zu den Bäumen bringen müssen.

          „Wir haben wieder zu kämpfen mit der Trockenheit“, sagte Stamm. Ein Teil der Äpfel habe starken Sonnenbrand. Und auch der extreme Sommer vergangenen Jahres wirke noch immer nach. Bei einigen Apfelsorten trügen die Bäume wegen der Trockenheit überhaupt keine Früchte. „Man kann heute nicht sagen, die Bäume hängen voll. Das heißt nicht, dass es eine gute Ernte gibt.“ Für ihn werde es aus seiner Sicht ein normales Jahr, aber wie es insgesamt für das Tafelobst aussehe, sei noch nicht klar.

          Auf dem Apfelweinfest wollen die Keltereien bis zum 18. August in Frankfurt ihre Produktpalette präsentieren. Bei Livemusik, hessischer Mundart und Comedy gibt es dann neben dem klassischen Schoppen auch Apfelweinmixgetränke oder -schaumweine, Apfelbratwurst und Flammkuchen mit Apfel. Das Festival ist den Veranstaltern zufolge auch inoffizieller Startschuss für die Ernte. Erwartet werden rund 200.000 Besucher.

          Mit der Ernte der Sommersorten wurde in Hessen bereits begonnen. Die Haupterntezeit ist laut Stamm ab Ende August. Dem Statistischen Landesamt zufolge wurden im vergangenen Jahr 13.000 Tonnen Äpfel in Hessen geerntet. Im Jahr zuvor waren es nur 4700 Tonnen. Das lag Heil zufolge an Frostnächten im April. Der Apfel ist nach Angaben des Hessischen Landesverbandes für Erwerbsobstbau die wichtigste Obstart im Land. Auf rund 450 Hektar würden Tafeläpfel und auf rund 150 Hektar Wirtschaftsäpfel für die Apfelwein und Fruchtsaftindustrie angebaut.

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