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1859 neue Corona-Infektionen : Hessen stagniert weiter auf hohem Niveau

  • Aktualisiert am

Weiter sensibel: Hessen hat noch immer zu viele positive Tests. Bild: dpa

Deutlicher Anstieg zu Donnerstag, aber leichter Rückgang gegenüber der Vorwoche: In Hessen ist die Corona-Lage nach wie vor unverändert sensibel.

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          Die Zahl der Corona-Infektionen in Hessen hat sich am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gegenüber dem Vortag um 1859 erhöht und damit um 65 weniger als am Freitag der Vorwoche. Gegenüber Donnerstag bedeuten die Neuinfektionen aber einen deutlichen Anstieg nach 1520 Fällen am Vortag.

          Damit stieg die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie erfassten Fälle auf 92.825 (Stand 00.00 Uhr). Bei 23.449 Neuinfektionen im gesamten Bundesgebiet entspricht der Anteil neuer Fälle somit ziemlich genau dem Anteil von acht Prozent an der Bevölkerung. Die Zahl der Todesfälle, die mit Covid-19 in Verbindung gebracht werden, stieg um 39 auf 1411.

          Die Inzidenz, das sind die binnen Wochenfrist gemeldeten bestätigten Fälle, gibt das RKI für Hessen mit knapp 147 an, der Durchschnitt im Bund beträgt gut 134. Die Hotspots in Hessen haben sich nur geringfügig verändert. Offenbach fiel nach 317 am Vortag bei nun 298 wenigstens wieder unter die 300er-Marke. Frankfurt stieg nach 141 leicht an auf 153. Wiesbaden und Mainz bewegen sich bei 156 und 167 auf ähnlichem Niveau.

          Von Kommunen selbst gemeldete Werte können von den Zahlen des Robert Koch-Instituts abweichen, da sie die Daten mit Zeitverzögerung weitergeben. Zahlen, die die Kommunen selbst nennen, sind in der Regel aktueller als die des RKI.

          Auch in den zurückliegenden Tagen haben hessische Krankenhäuser mehr Covid-Kranke aufgenommen, als sie nach Hause schicken konnten. Derzeit betreuen sie acht Mal so viele beatmungspflichtige Corona-Patienten wie vor etwa zwei Monaten. Dies folgt aus Zahlen, die das Sozialministerium am Mittwoch auf Anfrage der F.A.Z. zur Verfügung gestellt hat; sie werden wöchentlich aktualisiert Demnach liegen 1833 Covid-Patienten auf Normal- und Intensivstationen, das sind 111 mehr als vor einer Woche. 400 von ihnen müssen nach Angaben des Ministeriums intensivmedizinisch betreut und beatmet werden, ein Zuwachs um 29. Die Zahl der Corona-Infizierten auf den Intensivstationen in Hessen lag laut Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) zuletzt bei 347 (Stand Donnerstag 12.15 Uhr). Das entspricht 19 Prozent der belegten Intensivbetten. 219 davon wurden beatmet. Der Unterschied bei den Zahlen folgt aus dem Umstand, dass nicht jeder Patient, der zusätzlich Sauerstoff bekommt, invasiv beatmet wird.

          Obwohl mehr Patienten zusätzlich Sauerstoff brauchen, stagniert die Zahl der freien sogenannten Beatmungsbetten. Das Land spricht von 278 nach 281 vor einer Woche. Dies spricht dafür, dass die Kliniken nach wie vor Betten entsprechend umrüsten und ausstatten, um mehr Kranke beatmen zu können. Auf einem anderen Blatt steht, ob sie zu diesem Zweck auch stets geschultes Personal haben.

          Seit diesem Dienstag gelten in Hessen einige neue Corona-Verhaltensregeln des Landes. Sie betreffen das Privatleben ebenso wie den Handel und Dienstleister. Das Land reagiert mit diesen Vorgaben auf das anhaltend rege Infektionsgeschehen und die weiter rote Corona-Landkarte: Die Großstädte und die Mehrzahl der 21 Landkreise liegen auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes (siehe Grafik).

          Das hessische Sozialministerium veröffentlicht täglich eine Übersicht der Corona-Entwicklung, aufgeschlüsselt nach Kreisen und kreisfreien Städten. Es bezieht sich dabei auf Zahlen des RKI. In den ersten Wochen der Pandemie berücksichtigte es auch Daten des Hessischen Landesprüfungs- und Untersuchungsamts im Gesundheitswesen beim Regierungspräsidium Gießen, dem die Gesundheitsämter die jeweils neuen Fälle melden müssen. Um Einheitlichkeit herzustellen, nimmt das Ministerium nun nur noch die RKI-Angaben.

          Aus Frankfurter Sicht ist grundsätzlich wichtig: Die am Flughafen genommenen positiven Tests werden nicht der Stadt zugeordnet. Vielmehr schlagen sie sich nach Angaben des Sozialministeriums in der Statistik des Gesundheitsamts nieder, das für den jeweiligen Reiserückkehrer zuständig ist. Das kann auch das Frankfurter Amt sein oder ein anderes in Hessen, aber eben auch eine Behörde in einem anderen Bundesland.

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