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Landesinzidenz bei 157,5 : Hessen hofft nicht nur auf die Demographiebrücke

Impfen am Arbeitsplatz: Bei Fraport wurden am Freitag die ersten Mitarbeiter versorgt. Bild: dpa

Der leicht positive Trend bei den Corona-Zahlen in Hessen setzt sich zum Wochenende fort. Hoffnung geben auch die „Demographiebrücke“ und das Impfen am Flughafen. Die Kindergärten klagen derweil über die Maskenpflicht.

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          In Hessen haben sich binnen eines Tages 1445 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Neuansteckungen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner sank auf 157,5, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Freitag hervorgeht (Stand: 03.09 Uhr). Am Tag zuvor hatte dieser Wert bei 166,5 gelegen.

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Weitere 16 Menschen starben mit oder an dem Virus, damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 seit Beginn der Pandemie auf 6878. Hessenweit wurden seither 263.771 Corona-Fälle gemeldet.

          Die höchste Inzidenz wies am Samstag mit 260,2 die Stadt Offenbach auf, gefolgt vom Landkreis Fulda mit 229,0. Die großen Städte des Rhein-Main-Gebiets wie Frankfurt (181) Wiesbaden (166), Darmstadt (126) oder die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz (153) liegen alle zwischen 100 und 200.

          Die niedrigste Inzidenz hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg mit 96,5. Dort scheint nun hessenweit der erste hellrote Fleck auf der Corona-Landkarte auf. Sollte der Wert drei Tage am Stück unter 100 bleiben, wären gemäß der gesetzlichen Regelungen der Notbremse Lockerungen möglich.

          450 Covid-Patienten werden in Hessen nach neuesten Zahlen des DIVI-Intensivregisters (Stand Freitag, 12.15 Uhr) auf Intensivstationen behandelt, 230 von ihnen müssen beatmet werden. 1875 der 2114 verfügbaren Intensivbetten sind laut DIVI belegt, auch mit Patienten mit anderen Krankheiten.

          Fraport und Demographiebrücke

          Derweil führte Innenminister Peter Beuth am Freitag beim Besuch des Impfzentrums in Eltville im Rheingau einen neuen Begriff in die Impfpolitik ein: Mit einer „Demographiebrücke“ will Hessen den Rückstand im Imfprozess auf dem Land aufholen: Weil dort in Relation mehr ältere Menschen der Priorisierungsgruppen 1 und 2 lebten, seien dort Angehörige von Priorisierungsgruppe 3 anders als in Städten noch nicht mit Terminen versorgt.

          Abhilfe beim Impfen für einen beträchtlichen Teil an Arbeitnehmern im Rhein-Main-Gebiet schafft derweil die Fraport: Mitarbeiter am Flughafen können sich nun quasi am Arbeitsplatz impfen lassen, obgleich Betriebsärzte noch nicht die Genehmigung erhalten haben. Die Fraport kann auf ihre Notfallambulanz zurückgreifen.

          Maskenpflicht ein Hindernis im Kindergarten

          Die Maskenpflicht für Erzieher erschwert die Arbeit mit Kindern. „Das ist schon ein Hindernis“, sagte Stefan Dinter, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Kinderarbeit Hessen, der Deutschen Presse-Agentur. Je kleiner die Kindern, desto größer seien die Einschränkungen in der pädagogischen Arbeit. In Hessen wurde vor einem Jahr die Maskenpflicht eingeführt - und danach auf immer weitere Lebensbereiche und Bevölkerungsgruppen ausgeweitet. Erzieher in Kitas sind erst seit einer Woche offiziell verpflichtet, bei der Arbeit medizinische Masken zu tragen, zuvor wurde das nur empfohlen.

          „Das macht unsere Arbeit auf jeden Fall komplizierter“, sagte Dinter. Erzieher hätten die Erfahrung gemacht, dass die Gruppen seit Einführung der Maskenpflicht tendenziell lauter und „rabaukiger“ seien. Das nonverbale Feedback funktioniere nicht so gut. Die Erzieher neigten dazu, mehr kurze Sätze zu bilden, weil diese besser verstanden würden. Kinder berichteten, „dass sie es doof finden, weil man nicht sieht, ob jemand traurig oder fröhlich ist“.

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