https://www.faz.net/-gzg-9zbkq

Mainzer Studie : Helfen Hepatitis-Mittel gegen Covid-19?

  • Aktualisiert am

Mögliche Angriffsziele für Medikamente: die Oberflächenproteine des Coronavirus Bild: Imago

Mit einem Supercomputer haben Forscher der Universität Mainz nach Wirkstoffen gesucht, die das Sars-Coronavirus 2 hemmen könnten. Gleich mehrfach sind sie fündig geworden.

          1 Min.

          Vier Medikamente, die gegen Hepatitis C eingesetzt werden, helfen vielleicht auch gegen das neue Coronavirus. Das schließen Forscher der Universität Mainz aus Berechnungen, die sie mit dem Hochleistungscomputer Mogon II angestellt haben. Er wird von der Uni und dem Helmholtz-Institut Mainz betrieben.

          Die Wissenschaftler haben simuliert, wie rund 42.000 in öffentlichen Datenbanken aufgeführte Substanzen an bestimmte Proteine des Sars-Coronavirus 2 binden. Durch ein solches Andocken kann das Eindringen des Erregers in Körperzellen eventuell behindert oder seine Vermehrung gehemmt werden.

          Schneller und kostengünstiger

          Derartige Computersimulationen seien wesentlich schneller und kostengünstiger als Laborversuche, sagt Studienleiter Thomas Efferth. Seine Arbeitsgruppe sei vermutlich die erste gewesen, die dieses Verfahren auf das Covid-19-Virus angewandt habe.

          Mit mehr als 30 Milliarden einzelner Berechnungen in zwei Monaten ermittelten die Forscher, dass Bestandteile der Hepatitis-C-Medikamente Simeprevir, Paritaprevir, Grazoprevir und Velpatasvir mit hoher Wahrscheinlichkeit sehr stark an das Coronavirus binden. Einen ähnlichen Effekt könnte ein Naturstoff aus dem Japanischen Geißblatt haben, der in Asien gegen verschiedene Krankheiten verwendet wird. „Unsere Ergebnisse müssen nun durch Laborexperimente und klinische Studien überprüft werden“, hebt Efferth hervor.

          Weitere Themen

          Der neue alte Goetheturm Video-Seite öffnen

          Er steht wieder : Der neue alte Goetheturm

          Nach einem Brandanschlag im Jahr 2017 wurde der Goetheturm in Frankfurt nun wieder errichtet. Der neue Turm soll diesmal robuster sein und somit auch Feuer standhalten können.

          Topmeldungen

          Die Polizei geht am Montag in Beirut gegen Demonstranten vor, die gegen die Regierung protestieren.

          Proteste gegen Regierung : Libanons skrupelloses Machtkartell

          Seit vielen Jahren plündert eine korrupte politische Klasse ungestört den Libanon aus. Auch der Rücktritt der derzeitigen Regierung wird daran nichts ändern. Selbst Todfeinde verbünden sich für den Machterhalt.

          Kabarettistin Lisa Eckhart : Bedrohung von innen

          Die Kabarettistin Lisa Eckhart wurde vom Hamburger Harbour Front Literaturfestival aus Furcht vor gewalttätiger Störung ausgeladen. Dann sollte sie doch teilnehmen. Dafür ist es nun zu spät.
          Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau zapfen Löschwasser aus dem Tank eines ihrer Einsatzfahrzeuge.

          Wassernotstand : Muss der Pool leer bleiben?

          In einigen Gemeinden ist der Wassernotstand ausgebrochen. Gärten können nicht gewässert werden, ein Freibad musste schließen. Droht das im ganzen Land?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.